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Fabrikation von Erkenntnis

Fabrikation von Erkenntnis

Experimente in den Digital Humanities

Hrsg. von Manuel Burghardt, Lisa Dieckmann, Timo Steyer, Peer Trilcke, Niels Walkowski, Joëlle Weis, Ulrike Wuttke

Die Labor-Metapher ist in den Digital Humanities (DH) weit verbreitet und wird aktuell verstärkt im Kontext der wissenschaftssoziologischen ›laboratory studies‹ auf vielfältige Weise diskutiert. Häufig betonen DH-Labore dabei den Aspekt des wissenschaftlichen Austauschs und der Kollaboration, der in den interdisziplinären Konstellationen der DH geradezu genre-prägend ist. Darüber hinaus ist das Labor traditionell eng verknüpft mit der Funktion als Experimentierstätte.

In DH-Labs werden dementsprechend geistes- und kulturwissenschaftliche Daten in Experimentalsettings aufbereitet, transformiert, kodiert und mithilfe von speziellen Instrumenten und Verfahren – also digitalen Tools und Methoden – analysiert. Die regelmäßige Reflexion des wechselseitigen Einflusses von digitalen Methoden und bestehenden Theorien sowie auch Epistemen eröffnet im DH-Lab zusätzlich die Möglichkeit erkenntnistheoretischer Versuche. Dabei fungieren DH-Labs auch als dynamische Werkstätten des Wissens. Grundlegende Praktiken der Geisteswissenschaften entfalten im Ideen- und Schreiblabor ihre kreative Kraft: Die Dokumentation wie die Kommunikation von Forschungsprozessen und -ergebnissen können dank neuer Publikationsformate an sich schon zum Experiment und zur interdisziplinären Ideenschmiede werden.

Unter der Losung ›Fabrikation von Erkenntnis: Experimente in den Digital Humanities‹ greift dieser Band die eingangs genannten Aspekte auf und ergründet in unterschiedlichen Beitragstypen das experimentelle Potenzial der DH: Neben traditionellen Langartikel zu experimentellen Methoden und Verfahren der DH stehen Daten-Experimente bzw. die Publikation von Datensätzen sowie Code-Experimente in Form von ausführbaren Notebooks.

Aber auch die Publikation des Bandes selbst ist ein Experiment, ein Ausprobieren im Labor ›Digitales Publizieren‹. Der Band wird teils bei der Melusina Press, Universität Luxemburg, veröffentlicht und teils, als Sonderband 5, hier in der ZfdG. Dabei werden die Beiträge gemeinsam beworben und sind über Verlinkungen zum Partner schnell auffindbar.

Die Beiträge werden zwischen September 2021 und März 2022 erscheinen, los geht es am Mittwoch, den 1. September.

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