Hinweise zu den Review-Verfahren der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften
(Stand Februar 2026)
Im Folgenden werden die Review-Verfahren (Begutachtungsverfahren) der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG) erläutert. Die ZfdG bietet drei unterschiedliche Verfahren zur Begutachtung an, um einerseits Autor*innen das Recht einzuräumen, einen für sie jeweils geeigneten Weg der qualitätsgesicherten Veröffentlichung einzuschlagen (›author’s choice‹) und andererseits neue, transparente Formen des Peer Reviews im Sinne des Open-Science-Konzepts umzusetzen. Alle Review-Verfahren bergen Vor- und Nachteile, die von den Autor*innen vor der Entscheidung für eines der Verfahren abgewogen werden sollten.
Für die einzelnen Publikationsformate sind folgende Review-Verfahren (siehe unten) möglich:
- Artikel: 1) Closed Peer Review (pre-publication), 2) Open Peer Review (post-publication)
- Projektvorstellung: 1) Closed Peer Review (pre-publication), 2) Open Peer Review (post-publication)
- Working Paper: 3) Open Public Peer Review
- Data Paper: 2) Open Peer Review (post-publication)
- Sonderband: 1) Closed Peer Review (pre-publication), 2) Open Peer Review (post-publication), 3) Open Public Peer Review; Festlegung auf ein oder mehrere mögliche Verfahren durch die Herausgeber*innen; ggf. Verzicht, wenn es sich um die Beiträge einer Konferenz o. ä. handelt, die bereits im Auswahlprozess einer Qualitätssicherung unterlagen (Editorial Pre-Review)
Der Veröffentlichung geht das eingehende Lektorat / Redigat durch die Redaktion (bei Sonderbänden: durch die Herausgeber*innen) voraus. Texte, die vor Begutachtung veröffentlicht werden, sind demzufolge durch die Redaktion auf sprachliche, stilistische und formale Richtigkeit geprüft.
Die Ergebnisse der Gutachten werden zudem bei allen veröffentlichten Publikationen durch ein Ampelsystem angegeben:
- Grün: durchweg positiv
- Gelb: positiv mit Einschränkungen, Überarbeitung angeraten
- Grau: unbedeutende Arbeit, ohne Verdienst, ablehnen
- Weiß: Gutachten noch nicht eingetroffen
Die Review-Verfahren
1) Closed Peer Review (pre-publication)
Hierbei handelt es sich um ein geschlossenes Begutachtungsverfahren im Single-Blind-Modus (der*die Autor*in ist den Gutachter*innen bekannt, die Gutachter*innen bleiben gegenüber den Autor*innen aber anonym). Der eingereichte Beitrag wird nach Abschluss einer redaktionellen formalen Prüfung an die Gutachtenden weitergegeben. Diese werden von der Redaktion ausgewählt und sind den Autor*innen nicht bekannt. Die Inhalte der Gutachten werden den Autor*innen in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt. Die Begutachtungsphase dauert etwa 6 Monate. Erst danach wird über die Veröffentlichung entschieden:
- Der Beitrag wird von beiden Gutachtenden ohne Einschränkungen positiv bewertet, d. h. grün-grün, und damit zur Veröffentlichung empfohlen. Die Autor*innen bekommen dann die Möglichkeit allfällige Anmerkungen der Gutachten in ihren Beitrag einzuarbeiten. Nach Abschluss der Begutachtungsphase und der redaktionellen Bearbeitung wird der Beitrag veröffentlicht.
- Der Beitrag wird von einer*m oder beiden Gutachtenden mit Einschränkungen positiv bzw. überarbeitungswürdig bewertet, d. h. grün-gelb bzw. gelb-gelb. Die Autor*innen bekommen dann die Möglichkeit die Überarbeitungshinweise der Gutachten auszuführen und zu dokumentieren, damit diese schnell und einfach ersichtlich sind. Je nach Absprache erfolgt eine erneute Begutachtung bzw. Neubewertung des bearbeiteten Textes durch die Gutachtenden. Alternativ kann die ZfdG-Redaktion den Abgleich von Gutachten und Korrektur sowie die abschließende Einschätzung übernehmen. Erst nach der Überarbeitung wird über die Veröffentlichung beschieden.
- Der Beitrag wird von beiden Gutachtenden abgelehnt oder für nicht ausreichend befunden, d. h. grau-grau bewertet, und damit von der ZfdG-Redaktion als nicht zu veröffentlichen zurückgewiesen. Der Beitrag kann bei Ablehnung durch die ZfdG an anderer Stelle eingereicht werden.
- Der Beitrag wird in einem Gutachten grundsätzlich abgelehnt und im anderen positiv bzw. überarbeitungswürdig bewertet, d. h. grau-grün bzw. grau-gelb. In diesem Fall wird ein drittes Gutachten eingeholt. Ist dessen Ergebnis grau, wird von einer Veröffentlichung des Beitrags abgesehen. Ist das Ergebnis grün bzw. gelb, werden die Autor*innen angehalten, den Beitrag umfassend zu überarbeiten. Je nach Absprache erfolgt eine erneute Begutachtung bzw. Neubewertung des bearbeiteten Textes durch die Gutachtenden. Alternativ kann die ZfdG-Redaktion den Abgleich von Gutachten und Korrektur sowie die abschließende Einschätzung übernehmen. Erst nach der Überarbeitung wird über die Veröffentlichung beschieden.
2) Open Peer Review (post-publication)
Der eingereichte Beitrag wird nach redaktioneller Bearbeitung veröffentlicht und das Begutachtungsverfahren im Anschluss initiiert. Die Autor*innen können Gutachtende vorschlagen, die Redaktion behält sich aber das Recht vor, weitere Gutachtende zu benennen oder die benannten Gutachtenden begründet (etwa wegen Befangenheit oder fehlender fachlicher Eignung) abzulehnen. Die ausgewählten Gutachtenden sind den Autor*innen vorerst nicht bekannt. Die Gutachtenden haben aber seit Juni 2025 die Möglichkeit ihren Namen und / oder den Inhalt des Gutachtens oder nur ihren Namen zusammen mit dem begutachteten Beitrag veröffentlichen zu lassen. Sollten Sie sich dagegen entscheiden, werden die Gutachten den Autor*innen durch die Redaktion in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dann um ein Single-Blind-Verfahren. Die Begutachtungsphase dauert in der Regel 6 Monate. Alle Beiträge bleiben – unabhängig von dem Ergebnis der Begutachtung – veröffentlicht, das Gesamtergebnis der Begutachtung wird am Beitrag über das Ampelsystem sichtbar gemacht.
Beim Open Peer Review handelt es sich um ein Begutachtungsverfahren, das gegenüber dem Closed Peer Review als transparenter zu bewerten ist.
Die Ergebnisse der Gutachten führen zu unterschiedlichem weiteren Vorgehen:
- Der Beitrag wird von beiden Gutachtenden ohne Einschränkungen positiv bewertet, d. h. grün-grün. Die Autor*innen bekommen dann die Möglichkeit allfällige Anregungen der Gutachten in ihren Beitrag einzuarbeiten und in einer Subversion (1.1) unter gleichem DOI zu veröffentlichen. Die Bewertung wird entsprechend mit der Ampel direkt am Beitrag visualisiert.
- Wird der Beitrag von beiden Gutachtenden mit Einschränkungen positiv bewertet, d. h. grün-gelb bzw. gelb-gelb, und es werden umfangreiche Korrekturen empfohlen, so bekommen die Autor*innen Gelegenheit, den Beitrag anhand der Gutachten zu überarbeiten und dann in einer neuen Version (2.0) zu veröffentlichen. Nach Überarbeitung des Beitrags durch die Autor*innen beurteilen die Gutachter*innen entlang der Überarbeitungsvorschläge erneut, woraus sich die Bewertungen der neuen Version ergeben. Die beiden Versionen erhalten jeweils einen eigenen DOI, sodass sie getrennt referenzierbar sind und bleiben. Auf der Webseite werden die Versionen miteinander verknüpft, sodass die Leser*innen nachvollziehen können, was geändert wurde.
- Der Beitrag wird von beiden Gutachtenden abgelehnt oder für nicht ausreichend befunden, d. h. grau-grau bewertet, weil die zugrundeliegende Arbeit, These und / oder Methode ungenügend ist. Eine Überarbeitung des Beitrags ist dann nicht vorgesehen. Aus Gründen der Transparenz bleibt der Beitrag weiterhin veröffentlicht und ist auf der ZfdG-Seite im Bereich Alle Artikel recherchierbar.
- Der Beitrag wird von beiden Gutachtenden gegensätzlich bewertet, d. h. grün-grau bzw. gelb-grau. In diesem Fall wird ein drittes Gutachten eingeholt. Ist dessen Ergebnis grau, gibt es keine Möglichkeit zur Überarbeitung. Ist das Ergebnis grün bzw. gelb, erhalten die Autor*innen die Möglichkeit, den Beitrag umfassend zu überarbeiten. Die Bewertung wird entsprechend mit der Ampel direkt am Beitrag visualisiert.
3) Open Public Peer Review
Mit diesem Verfahren möchte die ZfdG das Konzept der Open Science befördern. Das Open Public Peer Review kann je nach Publikation etwas variieren, insbesondere, was die Namensnennung der Gutachtenden betrifft.
Wie beim Open Peer Review wird der eingereichte Beitrag nach redaktioneller Bearbeitung veröffentlicht und das Begutachtungsverfahren im Anschluss initiiert. Dabei können die Texte öffentlich von allen über das Online-Annotations-Tool Hypothesis kommentiert werden. Zusätzlich werden zwei Gutachter*innen nach dem gleichen Prozedere wie beim Open Peer Review beauftragt, um unabhängig von der Aktivität der Community eine ordnungsgemäße Begutachtung sicherzustellen.
Die Autor*innen können Gutachtende vorschlagen, die Redaktion behält sich aber das Recht vor, weitere Gutachtende zu benennen oder die benannten begründet abzulehnen (siehe Hinweise zur Gutachter*innenfindung). Ob die Gutachtenden namentlich genannt werden, ist im Einzelfall zu entscheiden. In jedem Fall werden die Gutachten inhaltlich öffentlich gemacht. Die Vorgehensweise für Überarbeitung und Versionierungen entspricht der des Open Peer Reviews, siehe oben. Auf Kenntlichmachung der abschließenden Bewertung im Ampelsystem kann zugunsten der dauerhaften Verfügbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Kommentare und entsprechenden Überarbeitung verzichtet werden.
Hinweise zur Gutachter*innenfindung
Für die Benennung von Gutachtenden gelten für alle Verfahren folgende Richtlinien:
- Die Person darf nicht in einem dienstrechtlichen Verhältnis zu den Autor*innen stehen oder Angehörige*r der gleichen Forschungsgruppe oder Institution sein.
- Die Person soll eine Expertise für das ausgewählte Thema und Fachgebiet haben.
- In den offenen Review-Verfahren (Open Peer Review und Open Public Peer Review) haben die Autor*innen ein Vorschlagsrecht für die Gutachtenden bzw. können aktiv Kommentierende für ihre Beiträge vorschlagen und ansprechen. Die Redaktion behält sich eine Rückweisung von Vorschlägen oder unsachlichen Kommentaren vor.
- Wünschenswert ist es, bei der Anzahl der Gutachtenden auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fachgebietsexpertise und DH-Expertise zu achten. In den beiden offenen Review-Verfahren ergänzt die Redaktion die Vorschläge der Autor*innen ggf. entsprechend.
Bei Fragen zu den Review-Verfahren schreiben Sie uns eine E-Mail: zfdg@mww-forschung.de