DOI: 10.17175/2026_014
Nachweis im OPAC der Herzog August Bibliothek: 1982250089
Erstveröffentlichung: 01.10.2026
Letzte Überprüfung aller Verweise: 25.08.2026
GND-Verschlagwortung: Hermann Hesse | Literaturwissenschaft | Annotation | Biografie | Lyrik
Empfohlene Zitierweise: Gerhard Lauer / Wei Ding: Keine Stufen. Zum Topos der dichterischen Seelenbiografie im lyrischen Werk Hermann Hesses. In: Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften 11 (2026). 01.10.2026. HTML / XML / PDF. DOI: 10.17175/2026_014
Abstract
Zu den Topoi im Umgang mit dem Werk Hermann Hesses gehört das Verständnis seiner Lyrik als »Seelenbiografie«, so schon Hesses Selbstdeutung. Seit Hugo Balls Hesse-Biografie von 1927 wird Hesses Lyrik eng mit dessen werkbiografischen Krisen und Umbrüchen verknüpft. Anhand einer daten- und annotationsgestützten Visualisierung der Themen, Stimmungen und Motive in Hesses lyrischem Werk wird dagegen deutlich, dass gerade diese werkbiografische Deutung kaum aufrechtzuerhalten ist. Eine hohe Konventionalität der Motive, Stimmungen und Themen über Hesses Werkbiografie hinweg sichert die Anschlussfähigkeit seiner Lyrik für unterschiedliche Lesebedürfnisse und Deutungspraktiken weltweit.
One of the commonplaces in dealing with Hermann Hesse’s work is the understanding of his poetry as a biography of the soul (»Seelenbiografie«), as Hesse himself interpreted it. Since Hugo Ball’s 1927 biography of Hesse, his poetry has been closely linked to the crises and upheavals in his life. However, a data- and annotation-based visualisation of the themes, moods, and motifs in Hesse’s poetic work clearly shows that this interpretation, based on his experiences, is hardly tenable. The high degree of conventionality in the motifs, moods, and themes throughout Hesse’s body of work ensures that his poetry is highly adaptable to different reading needs and interpretive practices worldwide.
- 1. Hermann Hesse global
- 2. Die Lyrik Hermann Hesses und der Topos der dichterischen Seelenbiografie
- 3. Zur Konzeption der Motiv-, Themen- und Stimmungs-Annotation
- 4. Motive, Themen und Stimmungen in der Lyrik Hermann Hesses
- 5. Zu den Grenzen computationaler Literaturwissenschaft
- 6. Hesses Lyrik und die Tradition der Variationsästhetik
- Bibliografie
- Abbildungsverzeichnis
[1]»Je lis dans un critique: ›Pour deviner l’âme d’un poète, ou du moins sa principale préoccupation, cherchons dans ses œuvres quel est le mot ou quels sont les mots qui s’y représentent avec la plus grande fréquence. Le mot traduira l’obsession.‹«[1]
1. Hermann Hesse global
[2]Unter den deutschen Autorinnen und Autoren, die gegenwärtig auf globalen Leseplattformen wie Wattpad oder Goodreads ebenso oben stehen,[2] wie auf den vorderen Rängen der Verkaufslisten des koreanischen oder auch des chinesischen Buchmarkts zu finden sind,[3] deren Werke, ob in Deutschland oder den USA, unverändert viel gelesen und in so unterschiedlichen Ländern wie beispielsweise Brasilien, Bulgarien, Russland oder auch in arabischen Ländern immer wieder neu übersetzt werden,[4] ist kaum ein Name häufiger zu finden als der Hermann Hesses. Ihn einen globalen Autor zu nennen, ist eher eine Feststellung als eine Übertreibung. Die Forschung hat seit der umfassenden Bilanzierung der Wirkungsgeschichte Hesses durch Martin Pfeifer[5] auf die Gründe für seinen anhaltenden Erfolg verwiesen: vor allem seine Darstellungen neoromantischer Innerlichkeit, seine Kultivierung jugendlicher Außenseiterfiguren, seine Zivilisationskritik oder auch sein politischer Pazifismus – Themen, die an unterschiedliche Gesellschaftslagen in den jeweiligen Ländern anschließen.
[3]Wiederholt ist dabei bemerkt worden, dass der globale Erfolg der Bücher Hermann Hesses in einem unübersehbaren Missverhältnis zu ihrer Abwertung in Literaturkritik und akademischer Germanistik steht.[6] Das Auseinandertreten von kultureller Bedeutung und literaturkritischen Vorbehalten – man erinnere sich nur an die scharfe Polemik im Spiegel von 1958[7] – hat wesentlich mit der Zugänglichkeit der Romane und Gedichte Hesses zu tun.[8] Sie bedürfen nicht der interpretatorischen Anstrengung vermittelnder Instanzen wie Schulen und Universitäten, sondern sind der lesenden Selbsterfahrung gerade auch junger Leserinnen und Leser zugänglich. Hesse selbst spricht in einem Brief von 1920 an Lisa Wenger von sich als einem »beliebten Unterhaltungsliteraten«.[9] Das war schon 1920 nur eine klug gesetzte Untertreibung seiner Rolle im Literaturbetrieb. Seine Gedichte und Romane und auch die Briefe bilden kein poetisches Kunstwerk im emphatischen, autonomieästhetischen Sinne und Hesse suchte die Rolle des Großautors und damit auch den Anspruch auf verrätselte Werkherrschaft nicht. Das hätte bedeutet, sich als moderner Romanschriftsteller verstehen zu müssen. Hesse wollte nur ein Dichter sein, der nie so richtig in seine Zeit zu passen schien, auch wenn es seine Romane waren, die ihn bekannt und bald auch berühmt gemacht haben.
[4]Der oft naive Ton und unverstellte Subjektivismus, seine Jedermann-Helden und die vielfach typisierte Anlage von Figurenpaaren, das romantische Setting wie das Vermeiden von prononcierten Avantgardismen beanspruchen für seine Erzählungen und Gedichte einen mittleren Stil. Ihm sind Lektürepraktiken angemessen, die Hesses Bücher als Lebensorientierung und ihn als Erzieher begreifen. Dazu passt auch, dass in Hesses Briefen nicht zuerst Werk und Autor inszeniert werden, sondern in ungewöhnlich großer Zahl auf Fragen seiner Leserinnen und Leser geantwortet wird.[10] Briefe, Romane und Gedichte Hesses sind einem erlebnisästhetischen Werkbegriff verpflichtet, wie ihn etwa im 19. Jahrhundert schon Lew Tolstoi verkörpert hat, dem ein identifikatorisches Lesen und existenzielle, auch spirituelle Lektürepraktiken angemessen sind. Hesses demonstrativ mediterraner Lebensstil, sein moderater Nietzscheanismus oder auch sein nicht weniger moderater Exotismus und Rausch sind Modell für Lebensreformen aller Art und das global auch heute noch. Rollen des Ratgebers wie des Popstars, des Vaters für ein gesteigertes, südliches Leben jenseits der bürgerlichen Einsargungen, des Psychologen für junge, unverstandene Seelen, des Dichters für einen einfühlsamen Umgang mit der Natur oder auch des Mahners für ein friedliches Miteinander der Völker wurden und werden ihm daher zugeschrieben und entsprechen seinem Selbstverständnis als Autor. Statt von einem autonomieästhetischen Werkbegriff ist daher eher von einem erlebnisästhetischen Werkbegriff zu sprechen.
[5]Die erlebnisästhetische Selbstverortung des Autors Hermann Hesse und die dem entsprechenden Lektürepraktiken seiner Leserinnen und Leser drängen werkbiografische Deutungen geradezu auf. Das von der analytischen Psychologie inspirierte und in der Forschung wiederholt gebrauchte Konzept der Seelenbiografie[11] zur Charakterisierung seiner Texte und die identifikatorischen Selbstdeutungen Hesses – »Am liebsten gäbe ich jedes neue Werk unter einem Pseudonym heraus. Ich bin ja nicht Hesse, sondern war Sinclair, war Klingsor, war Klein etc. und werde noch manches sein«[12] – unterstützen werkbiografische und autorenpsychologische Interpretationen. Seine Verse, so Hesse, seien »mein einziger Trieb«,[13] ja, ein Gedicht sei »eine Entladung, ein Ruf, ein Schrei, ein Seufzer, eine Gebärde, eine Reaktion der erlebenden Seele, mit der sie sich einer Wallung, eines Erlebnisses zu erwehren oder ihrer bewußt zu werden sucht«.[14] Auch für die akademische Hesse-Forschung sind werkbiografische Deutungen entsprechend vielfach leitend.[15] Unter Verweis auf die Enge seiner Herkunft und die vielfachen Lebenskrisen, aber auch auf seinen frühen, hochfliegenden Idealismus und Selbstanspruch, auf seine biografisch grundierte Kultivierung des Unverstandenseins in der Welt werden Hesses Texte gelesen und sind damit Folie für das Werkverständnis und dessen biografiebezogene Wertungen.[16]
2. Die Lyrik Hermann Hesses und der Topos der dichterischen Seelenbiografie
[6]Die werkbiografische Deutung gilt gerade auch für den Lyriker Hermann Hesse: Dessen Lebensgeschichte hat schon Hugo Ball in seiner frühen Hesse-Biografie von 1927 eng mit dessen Gedichten verknüpft.[17] Je ein Gedicht Hesses leitet in Balls Biografie einen Lebensabschnitt des damals 50-jährigen Hesse ein. Die Gedichte seien der Spiegel seiner Seele, bereiten die Romane vor und können als Dokumente der Reifung des Autors Hermann Hesse gedeutet werden.[18] Das gibt den Ton der Interpretationen vor und kann sich auf Hesses Selbstdeutungen als Dichter berufen, der seine eigenen Gedichte als »Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich, Antwort des Ich auf die Welt« verstanden wissen wollte und in seinem lyrischen Werk »Klage, Besinnung und Spiel einer ganz und gar bewußt gewordenen Vereinsamung« gesehen hat.[19] Grundthemen, Motive und Stimmungen seiner Gedichte sind daher eng mit der Kultivierung einer neuromantischen Innerlichkeit verbunden und umspielen den Wechsel von Ruhe und Weltverlust, von mal mythischer, mal resignativ-schmerzvoller Schönheit, Farbigkeit und Gelassenheit des In-der-Welt-seins. Für diese enge Verflechtung von Leben und Werk folgt Hesse dem Vorbild Goethe in einer unverstellt romantischen Interpretation. Der junge Hesse identifiziert sich schon früh mit dem jungen Goethe als einem Rebellen, der reife Hesse dann mit dem weisen Alten aus Weimar.[20] Von ihm übernimmt er dessen subjektiv-symbolisches und naturverbundenes lyrisches Sprechen, das aber in einer romantischen Umdeutung, die Motiven der Weltverlorenheit viel Raum gibt und dem Ton der auf die Romantik zurückblickenden Gedichte Eichendorffs ähnelt. Hesses Auswahlausgabe der Novellen und Gedichte Eichendorffs legt von dieser Wahlverwandtschaft Zeugnis ab und hat in zahlreichen Auflagen viele Leserinnen und Leser nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gefunden.[21] Nicht zufällig, dass Richard Strauss in seinen Vier letzten Liedern von 1948 drei Gedichte Hesses mit Eichendorffs Im Abendrot zusammengestellt hat.[22] Das alles kultiviert den Abstand zu den Realitäten des Buchmarkts und passt zu Hesses ostentativer Vermeidung der Rolle eines modernen Romanschriftstellers.
[7]Diese zunächst allgemeinen Beobachtungen zur Erlebnisästhetik Hesses und zur werkbiografischen Deutung der Lyrik Hesses im Besonderen sind im Detail zu prüfen, denn unterschiedlich wird bewertet, wie innovativ und durchaus komplex Hesses Gebrauch der Motive ist, wie eigenwillig seine Themensetzungen sind oder auch wie gut es ihm in seinen Gedichten gelingt, Stimmungen der besonderen Art aufzubauen. Auch die Wandlungen vom jungen, rebellischen hin zum reifen, späten Lyriker Hesse[23] werden unterschiedlich dahingehend bewertet, inwieweit Änderungen im lyrischen Sprechen mit Hesses biografischen Stationen und Krisen zusammenhängen. Während die Forschung einzelne Gedichte eingehenden Interpretationen unterzogen, Werkphasen unterschieden und biografische Umbrüche in Hesses Biografie mit seiner Lyrik verknüpft hat, sehen die einen darin ein stufenweises Wachstum hin zu einem verfeinerten lyrischen Sprechen,[24] während andere die Kontinuität der Motive, Themen und auch Stimmungen betonen.[25] In ihrer Gesamteinschätzung, ob das lyrische Werk Hesses eher als formalästhetisch komplexeres oder eher als ein bedürfnislos erscheinendes zu bewerten sei, divergiert die Forschung. Ein besonders persistenter Topos innerhalb der Hesse-Forschung ist die Deutung seiner Lyrik als Ausdruck einer allmählichen biografischen Bildung, einer poetischen, stufenweisen Selbstentfaltung, die biografische Brüche, Krisen und Reifung unmittelbar widerspiegle. Der Aufsatz stellt diesen interpretativen Rahmen infrage und nutzt dazu Verfahren der computationalen Literaturwissenschaft.
3. Zur Konzeption der Motiv-, Themen- und Stimmungs-Annotation
[8]Um die teils deutlich verschiedenen Gesamtbewertungen und die werkbiografische Deutung von Hesses lyrischem Gesamtwerk kritisch zu sichten, haben wir eine aufwändige Annotation und Visualisierung der lyrischen Sprache Hesses konzipiert, die es erlaubt, Motive, Themen und Stimmungen über dessen Werkbiografie hinweg interaktiv zu erkunden: https://hesse.datavix.de. Im Sinne einer digitalen Heuristik verbindet der hier gewählte Ansatz geistes- und informationswissenschaftliche Zugänge und versucht dabei die disziplinspezifischen Besonderheiten der Lyrikanalyse mit Anforderungen an eine zugleich maschinelle wie händische Annotation zu berücksichtigen.[26]
[9]Zum Aufbau dieser Visualisierung wurde in einem ersten Schritt das lyrische Gesamtwerk Hesses, wie es in der von Volker Michels edierten Ausgabe von 2001 veröffentlicht wurde,[27] teils abgeschrieben, teils mit Verfahren der computationellen Texterfassung eingelesen und händisch korrigiert, wo immer notwendig. Das Korpus umfasst 684 Gedichte, zusammen 79.144 Tokens, erschienen in den 14 zu Lebzeiten publizierten Sammlungen. Da Hesses Werk noch bis 2032 dem Urheberrecht unterliegt, kann das erstellte Korpus – obgleich viele Gedichte im Netz zu finden sind – nicht öffentlich zugänglich gemacht, sondern nur auf Anfrage für wissenschaftliche Zwecke geteilt werden.
[10]In einem zweiten Schritt wurde jedes Gedicht mit Metadatenangaben zum Ersterscheinungsjahr, Entstehungsort und biografischer Station verknüpft. Auch diese Metadaten folgen den von Volker Michels in der zwanzigbändigen Werkausgabe zu findenden Fassungen und den dort gemachten Angaben. Die Angaben wurden zunächst in eine Excel-Liste eingetragen.
[11]Dann wurde in einem dritten Schritt Zeile für Zeile jedes Gedicht jeweils nach Motiven (Lemmatisierung inklusive Komposita, Diminutive, metaphorische Wendungen), Stimmungen (z. B. ›melancholisch‹, ›sehnsüchtig‹, ›ruhig‹ u. a.), Themen (z. B. ›Liebe‹, ›Tod‹, ›Nacht‹) und Sentiments (›positiv‹, ›negativ‹, ›neutral‹) händisch in einem Curation-Workflow von zwei literaturwissenschaftlich gebildeten, aber nicht spezifisch in der Lyrik Hesses ausgewiesenen Annotatorinnen ausgezeichnet. Dabei wurde zwischen dem Lemma, dem annotierten Token und dem Konzept des Motivs systematisch unterschieden und die Ergebnisse in einem Regelbuch festgehalten.[28] Die Motive wurden jeweils als Lemma annotiert, z. B. »jung« als ›Jugend‹. Dort wo es bei Adjektiven wie etwa »leise« oder Adverbien kein äquivalentes Substantiv gibt, wurde das Wort in der vorliegenden Form annotiert. Stimmungen wie »träumerisch« wurden sowohl als Stimmung als auch als Motiv annotiert und dort als ›Traum‹ annotiert. Bei Substantiven im Plural wurden sowohl die Pluralform als auch das Lemma ausgezeichnet, ebenso bei Komposita wie »Spätabendwolke« wurden das Kompositum wie seine Bestandteile verzeichnet, ebenso bei zusammengesetzten Adjektiven wie »fieberheiß«. Hier wurden ›Fieber‹ und ›Hitze‹ notiert. Für Konzepte wie ›beschützen‹ wurden sowohl ›Beschützen‹ wie auch das Konzept ›Schutz‹ annotiert. Für anderssprachige Ausdrücke wie »giovenezza« wurde das deutsche Lemma zusätzlich gelistet. Für poetisch umschriebene Motive wurden sowohl die wörtliche Formulierung im Gedicht als auch das Motiv dahinter verzeichnet, also für »Reisegepäck« auch ›Reiselast‹, ›Reise‹, ›Last‹ und ›Gepäck‹. Diminutive wie »Kindlein« wurden sowohl als Diminutiv wie als Lemma ›Kind‹ aufgenommen.
[12]Um ein konkretes Beispiel zu geben: Das Gedicht Frühling[29] von 1899 führt eine Vielzahl von Motiven mit sich.
[13]»In dämmrigen Grüften
Träumte ich lang
Von
deinen Bäumen und blauen Lüften,
Von deinem Duft und Vogelgesang.
Nun liegst du erschlossen
In Gleiß und Zier
Von Licht
übergossen
Wie ein Wunder vor mir.
Du kennest mich wieder,
Du
lockest mich zart,
Es zittert durch all meine Glieder
Deine selige
Gegenwart.«
[14]Annotiert wurden hier ›Gruft‹, ›Traum‹, ›Baum‹, ›Luft‹, ›Vogelgesang‹, ›Duft‹, ›Licht‹, ›Wunder‹, ›Gegenwart‹, ›Locken‹, ›Zittern‹. Durch das Thema des Frühlings werden die Motive zusammengebunden, die Stimmung ist erregt und romantisch, das Sentiment positiv. Damit sind explizite Themen und Stimmungen ausgezeichnet, nicht implizite wie hier etwa Liebe oder erotische Anziehung, die spätestens bei der zweiten Lektüre augenscheinlich werden.
[15]Konzepte und Lemmata wurden also systematisch unterschieden, um Motive und Stimmungen Wort für Wort in den Gedichten Hesses zu sammeln, ohne damit schon eine Deutung vorzugeben. Die Annotationen werden dann später frequenzbasiert eigens in Diagrammen ausgewiesen, sind aber interaktiv mit den Gedichten in der Visualisierung jeweils so miteinander verknüpft, dass hier eine Mischform der von Jan Horstmann und Melanie Seltmann vorgeschlagenen Unterscheidung von enger, mit dem annotierten Objekt gemeinsam präsentierter, und weiter, als eigenständiges Artefakt konzipierter Annotation vorliegt.[30]
[16]Die Annotationen wurden anschließend in eine Excel-Tabelle eingetragen, dann manuell jeweils überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Damit liegt kein Inter Annotator Agreement vor, wohl aber für die Annotation verbindliche Guidelines, die öffentlich einsehbar sind und in Zweifelsfällen von den beiden Annotatorinnen Helen Hunter und Julia Kammerzelt wie den Autoren diskutiert wurden.[31] Das verwendete Tagset ist offen und induktiv angelegt, statt ein reduktionistisches Tagset wie etwa Paul Ekmans Basisemotionen zu nutzen.[32] Ausgezeichnet wurden also nicht die Emotionen, die die beiden Annotatorinnen beim Lesen empfanden, sondern jene, die im Text selbst als Motiv oder Thema gestaltet sind und einem heutigen, gebildeten Lesealltag zugänglich sind. Es gibt also nicht eine vorgegebene Liste von diskreten Emotionen, die entweder psychologisch oder historisch abgeleitet wäre.[33] Die Annotation der Stimmungen folgt ebenfalls keinem vorab festgelegten Wörterbuch und keinem geschlossenen Tagset. Vielmehr wurden die Kategorien induktiv aus der Arbeit am Hesse-Korpus entwickelt und schrittweise präzisiert. Lexikonbasierte Verfahren können für erste explorative Analysen hilfreich sein, die dabei häufig verwendete Granularität reicht für die Analyse lyrischer Stimmungen jedoch nur begrenzt aus. Es werden einzelnen Lemmata oder Wortformen Polaritätswerte bzw. vorgegebene Emotionskategorien zugeordnet und diese anschließend auf größere Texteinheiten aggregiert. Einzelne Lexeme gelten in unserem Ansatz dagegen nicht als automatische Auslöser einer Stimmung, sondern als Hinweise, die im Kontext von Vers, Strophe und Gesamtgedicht interpretiert werden müssen. Dies ist insbesondere für lyrische Texte wichtig, da Stimmungen häufig nicht durch einzelne Gefühlswörter, sondern durch das Zusammenspiel von Motiven, Bildfeldern, semantischen Konstellationen und Gedichtstruktur erzeugt werden.
[17]Die Entscheidung für ein induktives Vorgehen ist nicht zuletzt darin begründet, dass die Hesse-Forschung zu heterogen ist, um formalisiert auf ein Kernset verdichtet werden zu können. Hier einem einzelnen Forschungsansatz zu folgen, hätte hermeneutische Vorentscheidungen zu treffen verlangt, die der affektiven Variationsbreite der Gedichte dann nicht gerecht werden würden. Daher haben wir einen Bottom-up-Ansatz gewählt, der auf der Analyse jedes einzelnen Gedichts und seiner Motive, Themen und Stimmungen beruht. Mit der sorgfältigen Differenzierung von Lemmata, Konzepten und Ausdrucksformen werden so bewusst zunächst deduktiv-interpretierende Vorentscheidungen vermieden.
[18]Außer der Annotation der von Hermann Hesse verwendeten Wörter wurden zu jedem Gedicht das Jahr seiner Entstehung und die jeweilige biografische Situation verzeichnet und ebenfalls in die Excel-Tabelle eingetragen, sodass etwa zu dem Gedicht Jugendflucht von 1897 auch notiert ist, dass Hesse zu dieser Zeit in Tübingen in der Buchhändlerlehre war. Als Motive sind für dieses Gedicht annotiert ›Müdigkeit‹, ›Sommer‹, ›Senken‹, ›Haupt‹, ›Bild‹, ›See‹, ›Wandeln‹, ›Staub‹, ›Allee‹, ›Schatten‹, ›Pappeln‹, ›Zagheit‹, ›Wind‹, ›Himmel‹, ›Abend‹, ›Angst‹, ›Dämmerung‹, ›Tod‹, ›Jugend‹, ›Zögern‹, ›Haupt‹, als Thema wird ›Jugend‹ verzeichnet, als Stimmungen ›traurig‹, ›melancholisch‹, ›ängstlich‹. Schließlich wird noch für jedes der Gedichte das basale Sentiment ›positiv‹, ›negativ‹ oder ›neutral‹ angegeben, hier ›negativ‹. Hesses vielleicht bekanntestes Gedicht Stufen von 1941 ist entsprechend dem Lebensabschnitt des Zweiten Weltkriegs zugeordnet, einer Lebensphase, in der sein Werk in Deutschland offiziell unerwünscht war. Das Gedicht gehört dem Thema ›Leben‹ an, der Stimmung ›gelassen‹, ›mutig‹, ›lehrhaft‹, ›ermunternd‹ und den Motiven ›Stufe‹, ›Blüte‹, ›Welken‹, ›Jugend‹, ›Alter‹, ›Weichen‹, ›Blühen‹, ›Lebensstufe‹, ›Leben‹, ›Weisheit‹, ›Tugend‹, ›Zeit‹, ›Ewigkeit‹, ›Herz‹, ›Ruf‹, ›Bereitschaft‹, ›Abschied‹, ›Neubeginn‹, ›Tapferkeit‹, ›Trauer‹, ›Bindung‹, ›Anfang‹, ›Zauber‹, ›Schutz‹, ›Hilfe‹, ›Heiterkeit‹, ›Raum‹, ›Durchschreiten‹, ›Heimat‹, ›Hängen‹, ›Welt‹, ›Geist‹, ›Weltgeist‹, ›Fesseln‹, ›Heben‹, ›Weite‹, ›Kreis‹, ›Vertrautheit‹, ›Einwohnen‹, ›Drohung‹, ›Erschlaffen‹, ›Aufbruch‹, ›Reise‹, ›Lähmen‹, ›Gewöhnung‹, ›Entraffen‹, ›Tod‹, ›Stunde‹, ›Senden‹, ›Ende‹, ›Gesundung‹. Ein Gedicht wird also nicht auf ein Motiv oder Sentiment reduziert, sondern in seiner Vielheit addiert.
[19]Die Annotation nutzt Allgemeinwissen, kein literaturwissenschaftliches Expertenwissen, versucht also nicht interpretatorische Kontexte wie etwa Pantheismus zu verzeichnen, sondern bleibt unterhalb abstrahierender Konzepte. Die Annotation Zeile für Zeile interpretiert nicht die Gedichte in ihrer Ganzheit.[34] Die hier gewählte, sehr basale Annotation ist daher eine formale Modellierung sprachlicher Mehrdeutigkeit. Ein Gedicht wie Frühling baut eine zweite Bedeutungsebene der Liebe neben der des Frühlings auf. Solche erst in der Interpretation zugänglichen Mehrdeutigkeiten wurden nicht annotiert. Annotationen sind damit auch hier der Versuch, nicht über die Wiedergabe des Wortsinns hinauszugehen, sondern so weit wie möglich auf der Ebene des Wort- und Zeilen-Verstehens zu verbleiben und einen eher erläuternden Charakter anzunehmen. Nicht zufällig ist Annotation in der computationalen Literaturwissenschaft bisher vor allem in der Narratologie etabliert, weil sie dort an Traditionen des Formalismus und der linguistischen Koreferenzauszeichnung anschließen kann.[35] In der Lyrikanalyse bietet sich die Auszeichnung von Rhythmus und Prosodie an,[36] seltener sind bislang thematische Annotationen von Gedichten in der computationalen Literaturwissenschaft zu finden, wie wir sie hier gewählt haben.[37] Dass diese nüchterne Reduktion der Annotation angesichts von lyrischen Mehrdeutigkeiten und verhüllenden Redeformen an Grenzen stößt und das Ganze des Gedichts auch das Verständnis der Verszeilen beeinflusst, kann nur dadurch aufgefangen werden, dass einem Gedicht wie Stufen auch mehrere Sentiments und viele Motive zugeordnet sind, ohne zwischen diesen eine Hierarchie zu bilden. Insofern haben alle formalen Modellierungen, auch diese, ihre Grenzen.
[20]In einem vierten Schritt wurde für die Annotationen und Metadaten ein interaktives Visualisierungstool erstellt. Es visualisiert die Motive, Themen und Stimmungen als frequenzbasierte Wortwolken zu den Häufigkeiten bestimmter Themen. Sankey-Diagramme verdeutlichen die Verbindung zwischen Stimmungen und Themen einerseits und zwischen Motiven und Themen andererseits. Die Zeitachsen geben eine Übersicht zu den thematischen, motivischen sowie stimmungs- und sentimentbezogenen Veränderungen über die Zeit. Durch die Selektion eines Zeitintervalls kann das Korpus dynamisch auf die Gedichte eines werkbiografischen Zeitraums beschränkt werden. Nutzt man diesen Filter, wird dieser automatisch auf alle verknüpften Visualisierungen angewendet: Das Sankey-Diagramm berechnet die Verbindung zwischen Stimmungen und Themen sowie zwischen Motiven und Themen für das gewählte Themen-Subset neu. Die Wortwolke aktualisiert sich, um die prominentesten Themen der ausgewählten Jahre anzuzeigen. Die Ranking-Tabellen berechnen die spezifischen Häufigkeiten von Stimmungen und Motiven innerhalb dieses Zeitfensters in Echtzeit ebenfalls neu. Schließlich listet die Metadatentabelle die resultierenden Einzelgedichte auf, was einen nahtlosen Übergang von der statistischen Übersicht zur detaillierten hermeneutischen Prüfung ermöglicht. Eine Handreichung zur Nutzung der interaktiven Visualisierung ist unter Guides zu finden, obgleich sie weitgehend intuitiv genutzt werden kann.
[21]Die Visualisierung unterstützt die Interpretation des lyrischen Werks Hesses, ist also komplementär zur hermeneutischen Interpretation der Gedichte zu nutzen und nicht als Ersatz. Sie ermöglicht zugleich den kritischen Nachvollzug der Annotation und damit der Befunde und Thesen dieses Aufsatzes zum lyrischen Gesamtwerk Hesses. Das Visualisierungstool ist daher auch ein Instrument der Selbstkritik und damit des wissenschaftlichen Rigorismus.[38]
[22]Der auf den ersten Blick umständliche, manchen auch buchhalterisch erscheinende Zugriff auf das lyrische Werk Hesses durch Annotieren und Zählen folgt in seinen Grundsätzen einer älteren Tradition der Literaturwissenschaft. Literaturwissenschaft ist nicht nur ein hermeneutisch, historisch oder auch kulturphilosophisch operierendes Fach, sondern kennt fachgeschichtlich auch sozialwissenschaftliche, psychologische und andere, nicht-hermeneutische Zugriffe. Beispiele dafür sind nicht nur der junge Wilhelm Dilthey oder Wilhelm Scherers Poetik, sondern auch die weniger bekannten, quantitativen Ansätze, etwa Josephine Miles[39] zum Affektvokabular William Wordsworths oder die Untersuchungen zur Autorschaft Shakespeares durch Thomas Corwin Mendenhall.[40] Die Besonderheit dieser und ähnlicher Ansätze[41] ist es, die verstehende Anstrengung durch quantitative Analysen zu komplementieren. Die Annotationen sind daher beschreibend angelegt, um gezählt werden zu können, und versuchen, höherstufige, interpretierende Konzepte zunächst zurückzustellen. Natürlich ist schon das Annotieren zu einem gewissen, wenn auch niedrigeren, Grad ein Verstehensprozess. Das gilt für die Annotation von Stimmung noch eher als für die der Motive.
[23]Im öffentlichen Datensatz sind aus den genannten urheberrechtlichen Gründen nur jeweils Gedichtitel, Entstehungszeit und -ort, die Zuordnung zum Lebensabschnitt Hesses und die Annotationen zugänglich. Auf Anfrage kann das Gedichtkorpus für wissenschaftliche Zwecke geteilt werden. Ein Frage-und-Antwort-Bereich ermöglicht zudem die direkte Rückmeldung zu Diskussionsfällen der Annotation.
4. Motive, Themen und Stimmungen in der Lyrik Hermann Hesses
[24]Eine inferenzstatistische Auswertung der Daten ist aufgrund der zu kleinen Zahlen einzelner Themen, Motive oder Stimmungen selbst bei mehr als 600 Gedichten nicht sachangemessen. Daher beschränken wir uns für die Auswertung auf eine deskriptiv-statistische Auswertung. Konkret wurden quantitative Frequenzanalysen durchgeführt, um die Verteilung der Themen, Motive und Stimmungen in Form von absoluten und relativen Häufigkeiten zu ermitteln. Darüber hinaus wurde eine diachrone Analyse vorgenommen, um die zeitliche Entwicklung und Trends über die Jahre hinweg sichtbar zu machen. Die dabei leitende Hypothese ist, dass gerade die Konstanz und Konventionalität der Motive, Themen und Stimmungen maßgeblich zur globalen Anschlussfähigkeit und langlebigen Rezeption Hesses beiträgt. Mit ihren variierenden und wiederkehrenden Motivzusammenstellungen stabilisiert seine Lyrik eine global verständliche poetische Welt. Schauen wir uns das näher an.
[25]Blickt man zunächst auf die Verteilung der Themen im lyrischen Gesamtwerk Hesses, so fällt unschwer auf, dass die Themen ›Liebe‹ und ›Tod‹ deutlich hervortreten. Unter den 684 Gedichten sind die Themen ›Liebe‹ (62), ›Tod‹ (47) und ›Nacht‹ (35) zu finden, gefolgt von ›Dichtung‹ (23), ›Reisen‹ (20), ›Erinnerung‹ (19), ›Natur‹ (18), ›Sehnsucht‹ (17), ›Musik‹ (16), ›Leben‹ (14), ›Vergänglichkeit‹ (14), ›Jugend‹ (13), ›Traum‹ (13), ›Sommer‹ (12), ›Herbst‹ (11), ›Krankheit‹ (11), ›Krieg‹ (11), ›Frühling‹ (10).
[26]Das Thema ›Liebe‹ sticht heraus. Es ist zudem Motiv in 193 der Gedichte, es taucht in 17 direkt im Titel auf, bestimmt als ›liebevoll‹ die Stimmung in 8, und eröffnet in 20 das Gedicht. Das wird kaum überraschen, ist doch das Thema ›Liebe‹ das Hauptthema auch der lyrischen Tradition. Der ›Tod‹ ist nicht nur ein zentrales Thema in 47 Gedichten Hesses, sondern das Motiv in 142 der Gedichte, wird in 10 Gedichten gleich im Titel genannt, eröffnet 5 Gedichte, ist aber in keinem Gedicht die ausgedrückte Stimmung. Denn Hesses Gedichte lassen immer einen Ausweg, ein Hoffen und Sehnen. Das Thema Liebe ist dabei mit den Stimmungen ›sehnsüchtig‹, ›traurig‹ und ›melancholisch‹, dann gefolgt von ›leidenschaftlich‹ und ›verliebt‹, besonders häufig verbunden, gefolgt von ›leidend‹, ›fragend‹, ›wehmütig‹, ›nachdenklich‹ und ›erinnernd‹. Die vorherrschenden Motive sind ›Nacht‹, ›Traum‹ und ›Herz‹, ›Jugend‹, ›Lust‹, ›Wind‹, ›Haar‹ und ›Lachen‹.
[27]Das Thema ›Liebe‹ ist, wie die Motive nahelegen, (neo-)romantisch eingefasst. Themen, Motive und Stimmungen bilden konventionalisierte semantische Kollokationen. Eine ähnliche Konventionalität in der Zusammenstellung finden wir auch beim Thema ›Tod‹. Die Stimmung ist ›melancholisch‹, ›nachdenklich‹, ›sehnsüchtig‹ und ›ruhig‹, dann auch noch ›düster‹, ›erwartungsvoll‹ und ›traurig‹, gefolgt von ›wehmütig‹ und ›friedlich‹, aber auch ›hoffnungsvoll‹ und ›gelassen‹. Der Tod ist nicht die letzte Grenze. Das Motiv der ›Nacht‹ steht deutlich im Vordergrund, gefolgt von ›Liebe‹ und ›Herz‹, dann auch noch seltener ›Lachen‹ und ›Stern‹, schließlich auch Motive wie ›Auge‹, ›Licht‹, ›Mutter‹, ›Wind‹ und ›Grab‹ oder ›Ruhe‹ und ›Vergessen‹.
[28]Analysiert man drei weitere zentrale Themen in Hesses Lyrik – ›Nacht‹, ›Reisen‹ und ›Dichtung‹ –, dann sind ähnliche topische Zusammenstellungen zu finden wie schon bei den Themen ›Liebe‹ und ›Tod‹, die alle einem hoffenden Gestus verpflichtet sind. Die ›Nacht‹ ist eng verknüpft mit ›sehnsüchtig‹, ›melancholisch‹, ›nachdenklich‹, ›düster‹ oder ›träumerisch‹, seltener mit ›leidend‹, ›getröstet‹, ›ruhig‹, ›betrachtend‹, ›ängstlich klagend‹ oder einfach ›romantisch‹. Die damit verknüpften Motive sind ›Traum‹, ›Licht‹, ›Mond‹, ›Stern‹, ›Dunkel‹, ›Ferne‹, ›Herz‹, aber auch ›Lachen‹ und ›Lied‹ ebenso wie ›Tiefe‹, ›Tod‹ oder ›Schlaf‹. Dass hier ähnliche Motive und Stimmungen wie für die Themen ›Liebe‹ und ›Tod‹ verwendet werden, ist der Gängigkeit dieser Zusammenstellungen geschuldet. Aber auch das Thema ›Reisen‹ nutzt vergleichbare Stimmungen wie ›sehnsüchtig‹, ›ängstlich‹, ›melancholisch‹, ›bewundernd‹ und auch ›traurig‹, aber auch ›fröhlich‹ und ›romantisch‹. Die Motive sind auch hier ›Nacht‹ und ›Liebe‹, dann spezifischer auch ›Sonne‹, ›Meer‹ und ›Ferne‹, ›Gasse‹, ›Luft‹ und ›Land‹, aber auch ›Tiefe‹, ›Venedig‹ und ›Schönheit‹. Zum Thema ›Dichtung‹ finden sich ›nachdenklich‹, ›begeistert‹, ›witzig‹, dann aber auch ›bewundernd‹, ›friedlich‹ oder auch ›ironisch‹ und immer wieder ›sehnsüchtig‹. Dass Motive wie ›Lied‹ und ›Dichter‹, ›Nacht‹, ›Tag‹, ›Traum‹ und ›Herz‹, ›Abend‹, ›Jugend‹, ›Seele‹, ›Welt‹, ›Vers‹ und ›Ewigkeit‹, dann auch ›Zeit‹ und ›Ferne‹, und sogar ›Bild‹ und ›Spiel‹ neben ›Gott‹ und ›Heimat‹ und wieder ›Tiefe‹ stehen, belegt einmal mehr die Austauschbarkeit der Motivzusammenstellungen. ›Sehnsüchtig‹ ist die wichtigste Stimmung im lyrischen Gesamtwerk Hesses.
[29]Nimmt man diese fünf für Hesse prominentesten Themen zusammen, dann sind Stimmungen wie ›sehnsüchtig‹, ›melancholisch‹, ›traurig‹ und ›nachdenklich‹ und Motive wie ›Nacht‹ und ›Liebe‹, ›Traum‹, ›Tod‹, ›Herz‹, ›Tag‹, ›Lied‹, ›Stern‹, ›Lachen‹, ›Ferne‹,›Wind‹, ›Licht‹, ›Dunkel‹ und ›Hand‹, ›Jugend‹, ›Stille‹ und ›Mond‹, auch ›Lust‹ und ›Leben‹, ›Müdigkeit‹, ›Sonne‹ und ›Welt‹ bestimmend. Ähnliche Motive und Stimmungen kehren in allen diesen Gedichten immer wieder, gleich um welches der fünf Themen es geht. Dieses feste Motiv-Reservoir gibt den Gedichten Hesses den Ton hoher Zugänglichkeit und Bedürfnislosigkeit und bindet sie zugleich an die lyrische Tradition Goethes und der Romantik zurück.
[30]Unschwer ist aus dieser ersten Übersicht zu erkennen, dass Hesse in seinem gesamten lyrischen Werk mit wiederkehrenden Motiven arbeitet. Die verwendeten Motive stammen aus dem Inventar der klassisch-romantischen Tradition und werden in topischen Zusammenstellungen über die Zeit zwischen 1892 und 1962 gebraucht. Kritiker werden diese Befunde als Bestätigung dafür heranziehen, dass Hesses Lyrik konventionell und von einer bloß prätendierten Bedeutungsschwere sei, die mit den ästhetischen Innovationen eines August Stramm, Georg Trakl oder Gottfried Benn so wenig vergleichbar sei wie mit den unerwarteten und zugleich leichthändigen Motivzusammenstellungen in den Gedichten Mascha Kalékos oder Christian Morgensterns. Man unterschätzt dann allerdings die variationsästhetische Literaturtradition, die nicht auf autonomieästhetische Innovation abgestellt ist, sondern im Durchspielen gefundener ästhetischer Traditionen ihre Bedeutsamkeit gewinnt.[42] Hier bei Hermann Hesse dürfen Gedichte von Nacht und Mond ›singen‹ und dabei auch explizit ›sagen‹, dass sie ein Lied und tief sind, Traditionen der Explikation, die das Gegenteil der Kultivierung des seltenen Sinns sein ›wollen‹. Die Gedichte kommen eben bedürfnislos daher, wollen keiner größeren interpretatorischen Anstrengung bedürfen. Ihre Wirkung gewinnen sie aus der lebenszugewandten Aufhellung der Melancholie und Gelassenheit und des Loslassens auch in sehnsuchtsvollen Momenten, die sich in Hesses Gedichten immer wieder finden.
[31]In der Verteilung positiver, negativer und auch eher neutraler Sentiments sieht man denn auch, dass in siebzig Jahren lyrischer Produktion die positiven Sentiments überwiegen, wenn auch nicht ganz durchgängig. Das vorliegende Balkendiagramm veranschaulicht die Sentiment-Verteilung (›positiv‹, ›negativ‹ und ›neutral‹) von 684 Gedichten Hesses über den Zeitraum von 1892 bis 1962.
[32]Es zeigt sich, dass in der Mehrheit der Produktionsjahre die positiven Sentiments dominieren. Aus den Konventionen der Hesse-Deutungen kann man als eine Art Nullhypothese ableiten, dass sich in Krisenphasen der Biografie wie etwa um 1916 / 1917 vermehrt eher negative Sentiments einstellen sollten. Tatsächlich finden sich negative Sentiments in der Phase der Etablierung als Dichter und hier insbesondere in den Jahren 1898, 1900, 1901, gefolgt von punktuellen Ausschlägen ins Negative während der Zeit in Gaienhofen. Besonders auffällig ist die massive Häufung negativer Sentiments in der frühen Montagnola-Phase zwischen 1925 und 1929, die man mit den privaten Ehekonflikten in Verbindung bringen kann, aber ebenso gut mit den dunklen Ahnungen des Steppenwolf-Romans und der öffentlichen Anerkennung durch Hugo Balls Hesse-Biografie.
[33]Augenfällig wird anhand der Timeline zugleich auch, dass Hesse vor allem in seiner Zeit in Tübingen und Basel Lyrik verfasste und dann über die Jahre hinweg immer weniger Gedichte schrieb. Werkbiografisch wird sein lyrisches Schreiben mit der Selbstfindung als junger Autor in Verbindung gebracht, einer Phase, die mit Hesses Reise nach Südostasien im September bis Dezember 1911 spätestens als beendet gilt. Mit ihr, dann auch mit der Begegnung mit C. G. Jung und dessen analytischer Psychologie und schließlich mit dem Umzug nach Montagnola nach Ende des Ersten Weltkriegs, habe Hesse zu seinem gelassenen, lebensfreundlichen Ton gefunden. Die vor allem im Anschluss an Joseph Milecks Dreiteilung 1895–1916 / 1917, 1917–1926 und 1927–1962[43] in der Hesse-Rezeption gängig gewordene Einteilung des lyrischen Werks in Entwicklungsphasen folgt dem nicht zuletzt von Goethes Biografie beeinflussten Topos der leidvollen Reifung des Dichters zum Alterswerk hin. In der Verteilung der Sentiments über die Werkphasen hinweg finden sich jedoch solche Zäsuren im lyrischen Schaffen Hesses nicht. Auch fehlt ein größeres lyrisches Alterswerk, wie es mit Goethes Schaffen verbunden ist.[44] Die wenigen negativ eingetönten Gedichte lassen sich, wenn überhaupt, nur lose mit Lebenskrisen und Werkphasen verknüpfen. Entsprechend vorsichtig nur können Hesses Gedichte auf seine Biografie rückbezogen werden. Bestimmend bleibt über die siebzig Jahre der lyrischen Produktion hinweg der gelassene, lebenszugewandte und sehnsüchtige Ton.
[34]Schaut man auf die Semantik der Motive und Stimmungen, dann lassen sich auch die wiederholt diskutierten Krisen wie die um 1916 / 1917 oder die Krankheit während des Zweiten Weltkriegs so nicht finden.
[35]Biografische Krisen oder Brüche haben in den Motiven, Themen und Stimmungen seiner Lyrik keine Umbrüche der Ausdrucksweise nach sich gezogen. Ins Auge fällt vielmehr die Konstanz der Themen und ihrer Motive um ›Tod‹, ›Nacht‹ oder ›Einsamkeit‹. Nur ›Liebe‹ und ›Alter‹ wechseln die Plätze. Themen wie die ›Liebe‹ bleichen aus und kommen zwar als Motiv wie etwa Nachts im April notiert von 1962 noch vor, aber bestimmen nicht mehr das lyrische Werk der späten Jahre. Der Dichter Hermann Hesse bleibt sich über die Jahre hinweg gleich.
5. Zu den Grenzen computationaler Literaturwissenschaft
[36]Die Forschung zu Hesses Werk ist stark von werkbiografischen Paradigmen geprägt, der Vorstellung also, dass biografische Ereignisse – Enge der pietistischen Herkunft, frühe Lebenskrisen, der Erste Weltkrieg, die Montagnola-Jahre, Krankheiten, der Nobelpreis – direkte poetische Spuren hinterlassen haben. Diese Deutungstradition, so unsere Befunde und Argumentation, unterschätzt die Bedeutung der variationsästhetischen Literaturtradition und damit die Persistenz der klassisch-romantischen Motive, Themen und Stimmungen und ihre Funktion für erlebnisästhetische Lektürepraktiken. Es ist gerade die Konstanz und auch Auswechselbarkeit der Kombinationen von Motiven, Themen und Stimmungen, die Hesses Lyrik universal machen.
[37]Einschränkend bleibt jedoch festzuhalten, dass die hier präsentierten Ergebnisse nur die veröffentlichten Gedichte in der von Volker Michels herausgegebenen Fassung in den Blick nehmen. Hesses lyrisches Gesamtwerk dürfte jedoch etwa doppelt so groß sein und zwischen 1.200 und 1.500 Gedichte umfassen.[45] Die 14 verschiedenen Gedichtsammlungen, die Hesse zu Lebzeiten veröffentlicht hat und hier zugrunde gelegt sind, mögen daher nicht unbedingt alle Entwicklungen in der Motiv- und Themensprache noch in den Stimmungen seiner Gedichte repräsentieren. Hier wären Archivstudien ergänzend heranzuziehen.
[38]Ein methodisches Desiderat der vorliegenden Studie bleibt das fehlende quantitative Inter-Annotator-Agreement. Gerade im Umgang mit lyrischen Texten tragen Unterschiede in der literarischen Expertise erheblich zur Varianz in der Bestimmung selbst von scheinbar eindeutigen Motiven und Stimmungen bei.[46] Zwar haben wir in früheren Arbeiten das Inter-Annotator-Agreement bei anderen Textsorten auf Basis von Laienannotationen bereits ausführlich untersucht,[47] jedoch stießen wir bei Lyrik an Grenzen: Eine Pilotstudie zeigte, dass 43 studentische Laienannotatoren oft nicht die nötige intrinsische Motivation und literarische Präzision aufbrachten. Die Folge war ein massives Datenrauschen, das die statistische Repräsentativität untergrub. Um den wissenschaftlichen Standard eines formalen Konsensprozesses zu erfüllen, wären idealerweise mindestens drei unabhängige Literaturexpertinnen und -experten nötig gewesen.[48] Angesichts des gewaltigen Korpus von 684 Gedichten stand uns jedoch keine dritte Person mit der erforderlichen zeitlichen Kapazität und fachlichen Kompetenz zur Verfügung. Anstatt methodische Kompromisse einzugehen und für ein ›Majority-Voting‹ unzuverlässigere Rater hinzuzuziehen, arbeiteten zwei literarisch gebildete Annotatorinnen auf Basis einer Annotations-Guideline im Rahmen eines Curation-Workflows zusammen.
[39]Hierbei ist es jedoch essenziell, zwischen textimmanenter Modellierung und empirischer Rezeptionsforschung zu trennen: Ziel dieser Studie war es nicht, die statistische Repräsentativität pluraler Lektürepraktiken abzubilden, sondern eine stabile textuelle Datenbasis für die computationale Analyse und Visualisierung zu operationalisieren. Dies ist insbesondere für die aussagekräftige grafische Aufbereitung der Ergebnisse in den nachgelagerten Arbeitsschritten erforderlich. Komplexe Darstellungen – wie Sankey-Diagramme und chronologische Zeitreihenanalysen (Timelines) – setzen eine konsolidierte Datenstruktur voraus. Eine unbereinigte Pluralität subjektiver Lesarten würde in diesen Downstream-Tasks zu einem massiven visuellen Rauschen führen, das die Erkennung übergeordneter struktureller und zeitlicher Muster in Hesses Werk verunmöglichen würde. Um diesem methodischen Spannungsfeld zwischen hermeneutischer Pluralität und computationaler Konsistenz produktiv zu begegnen, haben wir eine leistungsstarke, interaktive webbasierte Visualisierungsanwendung entwickelt und deren Code frei zugänglich gemacht. Schon während des iterativen Annotationsprozesses ermöglichte uns dieses Tool, durch Distant Reading Muster in unseren Daten zu erkennen, die beim reinen Close Reading verborgen geblieben wären. Zudem half es uns, Auffälligkeiten in den Summary Statistics sofort zu identifizieren und die Annotationsqualität kontinuierlich zu optimieren.
[40]Entscheidend ist letztlich jedoch der Nutzen für die wissenschaftliche Community: Durch die Möglichkeit, eigene CSV-Dateien als Eingabedaten im Repository unkompliziert zu ersetzen, bietet die Anwendung eine offene Infrastruktur für Reproduzierbarkeit und den direkten Vergleich verschiedener Annotationsversionen. Eine Q&A-Sektion ist daher in das Visualisierungstool integriert. Sollten andere Forscher und Forscherinnen abweichende Lesarten oder alternative Experten-Annotationen anfertigen, können diese über das Tool unmittelbar visuell präsentiert und mit bestehenden Daten verglichen werden – ein analytischer Schritt, der manuell nicht zu leisten wäre. Dass diese Anwendung auch sprachunabhängig ist, belegt ihr erfolgreicher Einsatz in einem Parallelprojekt, bei dem 960 Gedichte zweier chinesischer Lyriker aus der Song-Dynastie visualisiert wurden. Letztlich bieten wir damit nicht nur einen Datensatz zur Lyrik Hermann Hesses, sondern das methodische Werkzeug, um die Pluralität an Lesarten in Zukunft transparent und visuell greifbar zu machen.
[41]Als mögliche, weiterführende Perspektive für künftige Forschungsarbeiten bietet sich die Erweiterung dieser interaktiven Plattform im Sinne eines Citizen-Science-Ansatzes an: Leserinnen und Leser von Hesses Werk könnten künftig die Möglichkeit erhalten, eigene Annotationen oder Korrekturvorschläge direkt in das System einzuspeisen. Auf diese Weise könnte die hier etablierte Annotation schrittweise um empirische Rezeptionsdaten der breiten Leserschaft ergänzt werden. Dies eröffnet zukünftigen Studien die Möglichkeit, das Spannungsfeld zwischen textimmanenter Datengrundlage und pluraler Leseerfahrung datengestützt und kollaborativ zu überbrücken.
[42]Ebenfalls sollten die Befunde auch deshalb nicht überbewertet werden, weil die hier gewählte Fokussierung der Annotation auf die Wort- und Verszeilen-Ebene die wörtliche Bedeutung betont und Interpretationen etwa im Licht der Theorie C. G. Jungs oder des Pantheismus zurückstellt. Die Beobachtungen zur Konventionalität sind also auch ein Effekt des gewählten Annotationsverfahrens.
6. Hesses Lyrik und die Tradition der Variationsästhetik
[43]In der Summe ist die Persistenz der Themen, Motive und Stimmungen über Hesses Lebensspanne hinweg kaum zu übersehen. Die von Hesse in der Tradition Goethes eingespielte Deutungstradition, dass Lyrik intimer Ausdruck der wechselnden dichterischen Seelenlage sei und daher die Krisen der jungen Selbstfindung, die Erfahrung des Krieges spätestens 1916, die Übersiedlung nach Montagnola 1918, den Zweiten Weltkrieg, die Verleihung des Nobelpreises für Literatur 1946 oder die späten Jahre eine Entwicklung hin zu einem Alterswerk reflektieren würden, lässt sich so nicht einholen. Die stufenhafte Reifung zum Dichter ist ein Thema der Autorenselbstdeutung, aber keine poetologische Praxis des Dichters Hermann Hesses. Eher zeugen die Tausenden von Versen von einem unbeirrbaren Bedürfnis, mit wiederkehrenden Mitteln jene Gelassenheit im Auffinden einer verborgenen Ordnung zum Ausdruck zu bringen, die den einen Trost ist, den anderen einen Mangel an Modernität anzeigt. Eine allzu enge werkbiografische Deutung der Gedichte legen diese Befunde hier jedenfalls nicht nahe, eher eine Grunddisposition, was Lyrik zum Ausdruck bringen soll. Der einmal von Hesse gefundene Ton, der zu einem erheblichen Teil durch die Wahl der Themen, die Setzung von Motiven und die Evozierung von Stimmungen geprägt wird, dieser Ton wird von Hermann Hesse ein Leben lang beibehalten. Dabei hatte das Lyrik-Schreiben für den jungen Hesse zweifellos eine größere Bedeutung, war es doch sein Weg in die Literatur und bestimmte sein Autorenselbstverständnis als Dichter sein Leben lang, auch wenn er über die Jahre immer weniger Gedichte publizierte. Das Zählen der Motive, Stimmungen und Themen ergänzt damit den Streit der Interpretationen um einen weiteren Befund.
[44]Sehnsüchtig und melancholisch, nachdenklich, wehmütig und traurig, aber dabei ruhig und erinnernd wird in Hesses Lyrik ein Dichterleben lang von Nacht und Liebe, Sternen und Mond gesungen – seine Lyrik will Sehnsüchte wecken, so zitieren ihn seine Leserinnen und Leser bis heute. Das Lachen und die Stille, die Jugend und das Alter, das Glück und die Sehnsucht haben in diesen Gedichten so selbstverständlich Platz beieinander, dass es scheint, als müsse das so sein, weil es immer schon so war. In der großen, wenn auch immer wieder abgewerteten, variationsästhetischen Tradition der Literatur können Hesses Gedichte, gerade weil sie mit vertrauten Motiven, Themen und Stimmungen arbeiten, unmittelbar auf eigene Lebenssituationen übertragen werden. Dann scheint es einem beim Lesen dieser Gedichte so, als ob man selbst in Stufen reifen würde. Das alles gibt den Gedichten ihren eigenen, bedürfnislosen Ton und vermittelt den Leserinnen und Lesern das Gefühl einer zeitlosen Lyrik, die in Shanghai ebenso geliebt und gelesen wird wie in Calw.
Fußnoten
-
[1]Baudelaire 1976, S. 164, über Théodore de Banville. Übersetzung der Autoren: »In einer Kritik lese ich: ›Um die Seele des Dichters zu ergründen – oder zumindest sein Hauptanliegen –, sollten wir in seinen Werken nach dem Wort oder den Wörtern suchen, die dort am häufigsten vorkommen. Das Wort wird seine Obsession widerspiegeln.‹«
-
[2]Vgl. Pianzola et al. 2020; Cornelia Funke ist Deutschlands meistgenannte Autorin auf Goodreads 2025, Hermann Hesse nimmt hier Rang vier nach Gudrun Pausewang, Thomas Mann und vor Johann Wolfgang Goethe ein.
-
[3]Vgl. Anderson 2025; wie Marshall 2025 berichtet, gibt es in der größten ›Buchstadt‹ der Welt, in Paju Book City in Südkorea, einer Stadt mit ca. 250 Verlagen und etwa 10.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, denn auch ein eigenes Café Hesse. Nicht nur dort gelten Bücher und besonders Hesses Demian, Steppenwolf und Siddhartha als eine Art von Talisman, um den Verletzungen der rasanten Industrialisierung Südkoreas etwas entgegenzusetzen.
-
[4]Vgl. die Liste Hermann Hesse Übersetzungen in fremde Sprachen, Gottschalk / Minkus 2002, und auch die jährliche Liste der Übersetzungen in der Hermann-Hesse-Bibliographie der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft; eine Vorstellung von den tatsächlichen Auflagen vermitteln allerdings eher Verlagskataloge wie z. B. der von Verlag Barnes & Noble, der aktuell etwa für das Russische 18 verschiedene Ausgaben der Bücher Hesses auflistet.
-
[5]Pfeifer (Hg.) 1977; vgl. Michels 2025.
-
[6]Vgl. die abwägende Einschätzung von Cornils 2009, S. 1–16 und Bartl / Honold 2025, S. V–X.
-
[7]Vgl. »Im Gemüsegarten« (1958), S. 42–48.
-
[8]Vgl. z. B. Bloom (Hg.) 2003: Charakterisierung von Hesses Werk als Selbsttherapie und gesteigerte Lebensgeschichte.
-
[9]Hesse 1973, S. 455 [Nr. 364].
-
[10]Vgl. die von Volker Michels verantwortete zehnbändige Briefausgabe und dessen kenntnisreiche Nachworte (Hesse 2012–2025).
-
[11]Vgl. Schmidt-Hinsa 2025, S. 347.
-
[12]Hesse 1973, S. 443 (Nr. 353).
-
[13]Hesse 2017, S. 612 (Brief von 1893).
-
[14]Hesse 2003, S. 359 (Über Gedichte, 1918).
-
[15]Vgl. Bartl / Honold 2025, S. V–X; vgl. auch Klingenböck 2001.
-
[16]Vgl. z. B. Schnierle-Lutz 2017 und Decker 2013.
-
[17]Vgl. Ball 2006.
-
[18]Vgl. Ball 2006.
-
[19]Hesse 2017, S. 795.
-
[20]Vgl. Grimm 2013.
-
[21]Vgl. Hesse (Hg.) 1952.
-
[22]Vgl. Wehdeking 2007.
-
[23]Vgl. stellverstretend zum jungen Lyriker Klein 2017 und zum Altersstil Kuschel 2024.
-
[24]Vgl. Berwald 2013.
-
[25]Vgl. das Nachwort von Volker Michels, in Hesse 2017, S. 811–832; Görner 2025.
-
[26]Vgl. Gius / Jacke 2015.
-
[27]
-
[28]Vgl. Kammerzelt 2021–2026.
-
[29]Hesse 2017, S. 45.
-
[30]
-
[31]Vgl. Kammerzelt 2021–2026.
-
[32]Vgl. Ekman 1999.
-
[33]Vgl. dagegen ein deduktives Vorgehen, z. B. bei Winko et al. 2024.
-
[34]Vgl. Spree 2000.
-
[35]Vgl. Reiter et al. 2019.
-
[36]Vgl. Haider 2023 und De Sisto et al. 2024.
-
[37]Choi 2023 nutzt BERT-Transformermodelle für die automatisierte Detektion von Wortbedeutungen.
-
[38]Vgl. Jänicke et al. 2017.
-
[39]Vgl. Miles 1965, vgl. dazu Wimmer 2019.
-
[40]Vgl. Mendenhall 1887; vgl. dazu Grzybek 2007.
-
[41]Z. B. in der Kunstgeschichte Lermolieff 1880.
-
[42]Vgl. Michels 2004.
-
[43]Vgl. Mileck 1954.
-
[44]Vgl. Michels 2005.
-
[45]
-
[46]Vgl. Artstein 2017; James 2026.
-
[47]Vgl. Rebora et al. 2023.
-
[48]Vgl. Reiter / Konle 2022.
Bibliografie
- Porter Anderson: China Bestsellers in March: Entertainment and DeepSeek. In: Publishing Perspectives. 19.5.2025. HTML. [online]
- Ron Artstein: Inter-Annotator Agreement. In: Nancy Ide / James Pustejovsky (Hg.): Handbook of Linguistic Annotation. Dordrecht 2017, S. 297–313. DOI: 10.1007/978-94-024-0881-2_11
- Hugo Ball: Hermann Hesse. Sein Leben und sein Werk [1927]. In: Hugo Ball: Sämtliche Werke und Briefe. Herausgegeben von der Hugo-Ball-Gesellschaft. 10 Bände. Göttingen 2003–2023. Band 8 (2006). Herausgegeben von Volker Michels. [Nachweis im GVK]
- Andrea Bartl / Alexander Honold: Einleitung. In: Andrea Bartl / Alexander Honold (Hg.): Hermann Hesse-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Berlin 2025, S. V–X. [Nachweis im GVK]
- Charles Baudelaire: Œuvres complètes. Herausgegeben von Claude Pichois. 2 Bände. Paris 1975–1976. Band 2 (1976). [Nachweis im GVK]
- Jürgen Below: Hermann Hesse-Handbuch. Quellentexte zu Leben, Werk und Wirkung. Frankfurt / Main u. a. 2012. [Nachweis im GVK]
- Olaf Berwald: Hesse’s Poetry. In: Ingo Cornils (Hg.): A Companion to the Work of Hermann Hesse. Woodbridge, GB 2013, S. 241–262. [Nachweis im GVK]
- Harold Bloom (Hg.): Hermann Hesse (= Bloom’s Modern Critical Views). Philadelphia 2003. [Nachweis im GVK]
- Kahyun Choi: Computational Thematic Analysis of Poetry via Bimodal Large Language Models. In: Proceedings of the Association for Information Science and Technology 60 (2023), H. 1, S. 538–542. DOI: 10.1002/pra2.812
- Cornelia Funke ist Deutschlands meistgenannte Autorin auf Goodreads. In: Börsenblatt. 12.8.2025. HTML. [online]
- Ingo Cornils: Introduction: From Outsider to Global Player: Hermann Hesse in the Twenty-First Century. In: Ingo Cornils (Hg.): A Companion to the Works of Hermann Hesse. Woodbridge, GB 2009, S. 1–16. [Nachweis im GVK]
- Gunnar Decker: Hermann Hesse. Der Wanderer und sein Schatten. Biographie. Frankfurt / Main 2013. [Nachweis im GVK]
- Mirella De Sisto / Laura Hernández-Lorenzo / Javier De la Rosa / Salvador Ros / Elena González-Blanco: Understanding Poetry Using Natural Language Processing Tools. A Survey. In: Digital Scholarship in the Humanities 39 (2024), H. 2, S. 500–521. HTML. DOI: 10.1093/llc/fqae001
- Paul Ekman: Basic Emotions. In: Tim Dalgleish / Mick Power (Hg.): The Handbook of Cognition and Emotion. Chichester 1999, S. 45–60. [Nachweis im GVK]
- Im Gemüsegarten. In: Der Spiegel (1958), H. 28, S. 42–48. 09.07.1958. [Nachweis im GVK]
- Evelyn Gius / Janina Jacke: Informatik und Hermeneutik. Zum Mehrwert interdisziplinärer Textanalyse. In: Constanze Baum / Thomas Stäcker (Hg.): Grenzen und Möglichkeiten der Digital Humanities (= Sonderband der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften / Sonderbände, 1). Wolfenbüttel 2015. HTML / PDF / XML. DOI: 10.17175/sb001_006
- Rüdiger Görner: Hesses Lyrik. In: Andrea Bartl / Alexander Honold (Hg.): Hermann Hesse-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Berlin 2025, S. 47–55. [Nachweis im GVK]
- Günther Gottschalk / Elke Minkus: Hermann Hesse Übersetzungen in fremde Sprachen. Santa Barbara 2002. PDF. [online]
- Gunter Grimm: Hermann Hesses Goethe-Lektüren. Stationen einer ›geistigen Beunruhigung‹. In: Henriette Herwig / Florian Trabert (Hg.): Der Grenzgänger Hermann Hesse. Neue Perspektiven der Forschung. Freiburg / Breisgau 2013, S. 141–154. [Nachweis im GVK]
- Peter Grzybek: History and Methodology of Word Length Studies. In: Peter Grzybek (Hg.): Contributions to the Science of Text and Language. Word Length Studies and Related Issues. Dordrecht 2007, S. 15–90. DOI: 10.1007/978-1-4020-4068-9_2
- Thomas Haider: A Computational Stylistics of Poetry. Distant Reading and Modeling of German and English Verse. Stuttgart 2023. DOI: 10.18419/opus-12721
- Hermann Hesse (Hg.): Eichendorff. Novellen und Gedichte. München 1952. [Nachweis im GVK]
- Hermann Hesse: Gesammelte Briefe. Erster Band 1895–1921. Herausgegeben von Ursula Michels und Volker Michels. Frankfurt / Main 1973. [Nachweis im GVK]
- Hermann Hesse: Die Briefe. Herausgegeben und mit Nachworten versehen von Volker Michels. 10 Bände. Frankfurt / Main u. a. 2012–2025. [Nachweis im GVK]
- Hermann Hesse: Die Gedichte. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Volker Michels. 7. Auflage. Frankfurt / Main 2017.
- Hermann Hesse: Über Gedichte. In: Hermann Hesse: Sämtliche Werke. Herausgegeben von Volker Michels. 20 Bände. Frankfurt / Main 2000–2004. Band 14 (2003): Betrachtungen und Berichte II 1927–1961. S. 356–360. [Nachweis im GVK]
- Jan Horstmann / Melanie E.-H. Seltmann: Annotation. In: AG Digital Humanities Theorie des Verbandes Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e. V. (Hg.): Begriffe der Digital Humanities. Ein diskursives Glossar (= Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften / Working Papers, 2). Wolfenbüttel 2023. 25.05.2023. Version 2.0 vom 14.03.2024. HTML / XML / PDF. DOI: 10.17175/wp_2023_002_v2
- Joseph James: Counting on Consensus. Selecting the Right Inter-Annotator Agreement Metric for NLP Annotation and Evaluation. arXiv. 06.03.2026. Version 2 vom 01.04.2026. DOI: 10.48550/arxiv.2603.06865
- Stefan Jänicke / Greta Franzini / Muhammad Faisal Cheema / Gerik Scheuermann: Visual Analysis in Digital Humanities. In: Computer Graphics Forum 36 (2017), H. 6, S. 226–250. DOI: 10.1111/cgf.12873
- Julia Kammerzelt: Regeln des Annotierens. In: PoemMetaVis. 2021–2026. HTML. [online]
- Sonja Klein: ›Trost der Nacht‹. Hesses Lyrik der 1920er Jahre. In: Hermann Hesse-Jahrbuch 9 (2017), S. 37–43. [Nachweis im GVK]
- Ursula Klingenböck: Tänze einer schönen Seele. Zu Hermann Hesses »Chopin-Gedichten«. Innsbruck 2001. [Nachweis im GVK]
- Karl-Josef Kuschel: Der alte Mann und seine Hände. Altersthemen und Altersstil in der späten Lyrik von Hermann Hesse. In: Hermann-Hesse-Jahrbuch 16 (2024), S. 35–53. [Nachweis im GVK]
- Ivan Lermolieff [= Giovanni Morelli]: Die Werke italienischer Meister in den Galerien von München, Dresden und Berlin. Ein kritischer Versuch. Leipzig 1880. DOI: 10.11588/diglit.1262
- Colin Marshall: Why Do Koreans Love Herman Hesse’s Demian Above All Other Western Novels? In: Los Angeles Review of Books. 25.06.2025. HTML. [online]
- Thomas Corwin Mendenhall: The Characteristic Curves of Composition. In: Science 9 (1887), 214s, S. 237–246. DOI: 10.1126/science.ns-9.214s.237
- Volker Michels: »Teils ausgelacht, teils angespuckt, teils den sentimentalen Leserkreisen überlassen«. Zur Hermann Hesse-Rezeption in Deutschland. In: Andreas Solbach (Hg.): Hermann Hesse und die literarische Moderne. Kulturwissenschaftliche Facetten einer literarischen Konstante im 20. Jahrhundert. Frankfurt / Main 2004, S. 28–55. [Nachweis im GVK]
- Volker Michels: Zur Hermann Hesse-Rezeption in Deutschland. In: Mauro Ponzi (Hg.): Hermann-Hesse-Jahrbuch 2 (2005), S. 35–53. [Nachweis im GVK]
- Volker Michels: Wirkungs- und Publikationsgeschichte. In: Andrea Bartl / Alexander Honold (Hg.): Hermann Hesse-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Berlin 2025, S. 415–432. [Nachweis im GVK]
- Josephine Miles: Wordsworth and the Vocabulary of Emotion. New York 1965. [Nachweis im GVK]
- Joseph Mileck: The Poetry of Hermann Hesse. In: Monatshefte 46 (1954), H. 4, S. 192–198. [online]
- Martin Pfeifer (Hg.): Hermann Hesses weltweite Wirkung. Internationale Rezeptionsgeschichte. Frankfurt / Main 1977. [Nachweis im GVK]
- Federico Pianzola / Simone Rebora / Gerhard Lauer: Wattpad as a Resource for Literary Studies. Quantitative and Qualitative Examples of the Importance of Digital Social Reading and Readers’ Comments in the Margins. In: PLOS One 15 (2020), H. 1. HTML. DOI: 10.1371/journal.pone.0226708
- Simone Rebora / Marina Lehmann / Anne Heumann / Wei Ding / Gerhard Lauer: Comparing ChatGPT to Human Raters and Sentiment Analysis Tools for German Children’s Literature. In: Artjoms Šeļa / Fotis Jannidis / Iza Romanowska (eds.): CHR 2023: Fourth Conference on Computational Humanities Research Conference. Workshop Proceedings (Paris, 06.–08.12.2023). Paris 2023, S. 333–343. PDF. [online]
- Nils Reiter / Markus Willand / Evelyn Gius: A Shared Task for the Digital Humanities Chapter 1. Introduction to Annotation, Narrative Levels and Shared Tasks. In: Journal of Cultural Analytics 4 (2019), H. 3. PDF. DOI: 10.22148/16.048
- Nils Reiter / Leonard Konle: Messverfahren zum Inter-annotator-agreement (IAA). Eine Übersicht (= DARIAH-DE Working Papers, 44). Göttingen 2022. PDF. DOI: 10.47952/gro-publ-103
- Hans-Walter Schmidt-Hinsa: Psychoanalyse. In: Andrea Bartl / Alexander Honold (Hg.): Hermann Hesse-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Berlin 2025, S. 345–348. [Nachweis im GVK]
- Herbert Schnierle-Lutz: Auf den Spuren von Hermann Hesse. Calw, Maulbronn, Tübingen, Basel, Gaienhofen, Bern und Montagnola. Berlin 2017. [Nachweis im GVK]
- Axel Spree: Interpretation. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Herausgegeben von Klaus Weimar. 3 Bände. Berlin u. a. 1997–2003. Band 2 (2000): O–H. Herausgegeben von Harald Fricke und Georg Braungart. S. 168–172. [Nachweis im GVK]
- Volker Wehdeking: Richard Strauss’ letzte Liedkompositionen nach Hermann Hesses Gedichten. Kongeniale (unvollendete) Umsetzung im Geiste pantheistischen ›Loslassens‹. In: Hermann-Hesse-Jahrbuch 4 (2007), S. 97–114. [Nachweis im GVK]
- Mario Wimmer: Josephine Miles (1911–1985). Doing Digital Humanism with and without Machines. In: History of Humanities 4 (2019), H. 2, S. 329–334. DOI: 10.1086/704850
- Simone Winko / Merten Kröncke / Leonard Konle / Fotis Jannidis: Richard Dehmels Gedichte im Spektrum der Lyrik um 1900. Eine literarhistorische Untersuchung mit Verfahren der Computational Literary Studies. In: Julia Nantke / Carolin Vogel (Hg.): Richard und Ida Dehmel im Kulturbetrieb der Moderne um 1900 (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, 165). Berlin 2024, S. 11–44. DOI: 10.1515/9783111322551-002
Abbildungsverzeichnis
- Abb. 1: Fünf Beispiele für die Annotation von Titel, erster Verszeile, Ersterscheinung, Hermann Hesses Lebensphase, Sentiment, Thema, Stimmung und Motiv. [Screenshot: Wei Ding 2026]
- Abb. 2: Absolute Häufigkeiten der Themen in Hermann Hesses lyrischem Gesamtwerk (684 Gedichte). [Screenshot: Wei Ding 2026]
- Abb. 3: Sankey-Diagramm der Verknüpfung der Themen ›Liebe‹ und ›Tod‹ mit ihren häufigsten Motiven in Hermann Hesses lyrischen Gesamtwerk (684 Gedichte). [Screenshot: Wei Ding 2026]
- Abb. 4: Sankey-Diagramm der Verknüpfung der Themen ›Liebe‹ und ›Tod‹ mit ihren häufigsten Stimmungen in Hermann Hesses lyrischen Gesamtwerk (684 Gedichte). [Screenshot: Wei Ding 2026]
- Abb. 5: Stimmungen, absolute Häufigkeit, in Hermann Hesses lyrischem Werk zwischen 1892 und 1962. [Screenshot: Wei Ding 2026]
- Abb. 6: Stimmungen und Motive zu den Hauptthemen in der Lyrik Hermann Hesses, Mood und Motif Threshold 18. [Screenshot: Wei Ding 2026]
- Abb. 7: Positive, negative und neutrale Sentiments in Hesses lyrischem Werk zwischen 1892 und 1962. [Screenshot: Wei Ding 2026]
- Abb. 8: Positive, negative und neutrale Sentiments in Hesses lyrischem Werk zwischen 1925 und 1935. [Screenshot: Wei Ding 2026]
- Abb. 9: Verteilung der Themen ›Liebe‹, ›Tod‹, ›Nacht‹, ›Erinnerung‹, ›Sehnsucht‹, ›Vergänglichkeit‹, ›Altern‹, ›Einsamkeit‹ entlang der Werkbiografie Hermann Hesses. [Screenshot: Wei Ding 2026]


![Abb. 1: Fünf Beispiele für
die Annotation von Titel, erster Verszeile, Ersterscheinung, Hermann
Hesses Lebensphase, Sentiment, Thema, Stimmung und Motiv. [Screenshot:
Wei Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_001.png)
![Abb. 2: Absolute
Häufigkeiten der Themen in Hermann Hesses lyrischem Gesamtwerk (684
Gedichte). [Screenshot: Wei Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_002.png)
![Abb. 3: Sankey-Diagramm der
Verknüpfung der Themen ›Liebe‹ und ›Tod‹ mit ihren häufigsten Motiven in
Hermann Hesses lyrischen Gesamtwerk (684 Gedichte). [Screenshot: Wei
Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_003.png)
![Abb. 4: Sankey-Diagramm der
Verknüpfung der Themen ›Liebe‹ und ›Tod‹ mit ihren häufigsten Stimmungen
in Hermann Hesses lyrischen Gesamtwerk (684 Gedichte). [Screenshot: Wei
Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_004.png)
![Abb. 5: Stimmungen,
absolute Häufigkeit, in Hermann Hesses lyrischem Werk zwischen 1892 und 1962.
[Screenshot: Wei Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_005.png)
![Abb. 6: Stimmungen und
Motive zu den Hauptthemen in der Lyrik Hermann Hesses, Mood und Motif Threshold 18.
[Screenshot: Wei Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_006.png)
![Abb. 7: Positive, negative
und neutrale Sentiments in Hesses lyrischem Werk zwischen 1892 und 1962.
[Screenshot: Wei Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_007.png)
![Abb. 8: Positive, negative
und neutrale Sentiments in Hesses lyrischem Werk zwischen 1925 und 1935.
[Screenshot: Wei Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_008.png)
![Abb. 9: Verteilung der
Themen ›Liebe‹, ›Tod‹, ›Nacht‹, ›Erinnerung‹, ›Sehnsucht‹,
›Vergänglichkeit‹, ›Altern‹, ›Einsamkeit‹ entlang der Werkbiografie
Hermann Hesses. [Screenshot: Wei Ding 2026]](https://www.zfdg.de/sites/default/files/medien/hesse_009.png)