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Vom Livre irréalisé zum Texte hyperréalisé?

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Beitrag in Sonderband 2
Artur R. Boelderl Autoreninformationen

DOI: 10.17175/sb002_010

Nachweis im OPAC der Herzog August Bibliothek: 886576334

Erstveröffentlichung: 15.03.2018

Lizenz: Sofern nicht anders angegeben Creative Commons Lizenzvertrag

Medienlizenzen: Medienrechte liegen bei den Autoren

Letzte Überprüfung aller Verweise: 15.03.2018

GND-Verschlagwortung: Edition | Textlinguistik | Computerunterstützte Kommunikation | Kommentierung |

Empfohlene Zitierweise: Artur R. Boelderl: Vom Livre irréalisé zum Texte hyperréalisé?. In: Digitale Metamorphose: Digital Humanities und Editionswissenschaft. Hg. von Roland S. Kamzelak / Timo Steyer. 2018 (= Sonderband der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften, 2). text/html Format. DOI: 10.17175/sb002_010


Abstract

Dieser Artikel behandelt einen Abriss der Fragestellungen interaktiver Kommentierungen der Schriften Robert Musils im Internetportal MUSIL ONLINE. Hierbei werden Problemfelder und Lösungsansätze beschrieben, die eine Entwicklung von Kommentarstrukturen aufzeigen.


This article deals with questions about interactive annotations of Robert Musils writings on MUSIL ONLINE. In this way, problem areas and approaches are described to show the development of structures of commentating.



1. Eine Reminiszenz: Selbstdifferenz des Textes – Iterativität vs. Iterabilität

Es ist inzwischen mehr als ein halbes Jahrhundert her, seit Jacques Derrida die These vertreten hat, es gebe keinen Text, der mit sich selbst identisch sei – mit einer Ausnahme: Mallarmés Livre irréalisé[1]. Diese These gehört weltanschaulich zwar einem metaphysikkritischen Diskurs zu, der sich auf so unterschiedliche Geister wie die Junghegelianer und Nietzsche ebenso wie auf die Romantiker berufen kann, ist in ihrem Kern indes semiotisch und wurde von Derrida in erster Linie phänomenologisch begründet bzw. genauer, sie erwuchs als Fazit einer den phänomenologischen Diskurs von innen her beleuchtenden Lektüre Husserls. Dessen ureigenster Darstellung der sinngebenden Bewusstseinsleistung als Trias von Urimpression, Retention und Protention entlockte Derrida die gegen Husserls erklärte Intention gerichtete Konsequenz, dass eine absolute Idealität (im Sinne einer unverbrüchlichen Gültigkeit der Bedeutung eines Phänomens) das Korrelat der Möglichkeit endloser Wiederholung desselben sei.[2] Mit anderen Worten: Die zur Wahrung der semantischen Konstanz eines Ausdrucks unabdingbare Möglichkeit der Wiederholung desselben in ganz unterschiedlichen (epistemologischen oder textuellen) Konstellationen garantiert diese Konstanz im selben Moment und im selben Ausmaß, da sie sie zugleich unterläuft. Insofern eine solche Wiederholung ohne Veränderung unmöglich ist, zeitigt sie eine permanente Dissemination (Streuung) des Sinns.

Im semiologischen Horizont erfordert diese Erkenntnis die Anerkennung des Umstands, dass der Text von sich selbst differiert.[3] Denn jedes Mal, wenn ein Ausdruck in einem bestimmten Kontext erscheint, gewinnt er dort seine Bedeutung durch den Bezug zu einem anderen, ihm vorgängigen Kontext. Diese seine Iterabilität (was nichts anderes benennt als den spezifisch zeichentheoretischen Aspekt der phänomenologisch konstatierten, gleichsam allgemeinen Wiederholbarkeit) ist die Möglichkeitsbedingung von Textualität überhaupt.

Dass dieses entscheidende semiologische Theorem Derridas im Umfeld der auf ihn sich berufenden sog. Dekonstruktion nicht selten dazu missbraucht wurde und wird, einer vermeintlich zulässigen Willkürlichkeit der Interpretation philosophischer wie literarischer Texte das Wort zu reden, steht außer Streit. Das darf uns aber nicht über die unleugbare Triftigkeit des Theorems selbst noch über dessen strategische wie kritische, um nicht zu sagen theoriepolitische Stoßrichtung hinwegsehen lassen: Es handelt sich, wie Peter V. Zima hellsichtig festgestellt hat, um das in der Tradition der Romantiker und Nietzsches stehende Pendant zur sowohl cartesianisch wie hegelianisch argumentierten Auffassung noch eines Semiotikers wie Greimas, der zufolge just diese Iteration bzw. Iterativität eines Zeichens den Sinn eines Syntagmas oder eines Diskurses als einer transphrastischen Struktur konstituiere.[4] Für Greimas bedeutet Iterativität die Reproduktion identischer oder vergleichbarer Größen auf einer syntagmatischen Achse,[5] welche einem einzelnen Zeichen allererst seine Bedeutung verleihe – wobei schon die Rede von »identisch oder vergleichbar« mit Bezug auf die nämlichen iterativen Größen stutzig machen sollte. Aus Derrida‘scher Perspektive zeigt sich an der nämlichen Unentschiedenheit zwischen »identisch oder vergleichbar« die vergleichsweise höhere Plausibilität seiner eingangs erwähnten These – dass ein Text infolge der beschriebenen Iterabilität des Zeichens niemals mit sich identisch sei (außer eben der nie geschriebene und insofern nicht realisierte des Livre von Mallarmé) – gegenüber der tendenziell metaphysiklastigen beziehungsweise ideologieanfälligen These eines Greimas, der zufolge die Iterativität des Zeichens dessen Identität nachgerade verbürge.

2. Verhältnisbestimmungen: Text / Kommentar (I)

Am Rande sei vermerkt, dass der erwähnte Peter V. Zima in seiner großen Studie zur Sozialgeschichte des modernen Romans im Robert Musil gewidmeten Kapitel den Essayismus dieses Autors kurzerhand als Dekonstruktion verstanden wissen will.[6] Doch steht nicht dieser Aspekt im Fokus unseres aktuellen Interesses. Meine auf der Grundlage der soeben kurz in Erinnerung gerufenen allgemein philosophischen bzw. texttheoretischen Reflexionen gewonnene, aber spezifisch literaturwissenschaftlich bzw. kommentartheoretisch gewendete These hat zwei Dimensionen, die mit handlungsleitend für die im Rahmen der Konzeption und Einrichtung des Portals MUSIL ONLINE projektierte Arbeit der Erstellung geeigneter Kommentarformen und -strukturen sind.

Erstens: Musils Œuvre und hier natürlich insbesondere der Mann ohne Eigenschaften stellen ein Livre irréalisé dar, welches die für den literarischen Text allgemein geltende Einsicht in dessen Konstitutionsbedingungen wie dessen Sinnansprüche gleichsam exemplarisch veranschaulicht: In seiner faktischen, nämlich nicht realisierten Gestalt (im Nachlass) ruht es in seliger – und bedeutungsloser – Selbstidentität mit sich. Anders gesagt: Es ist schlicht und ergreifend unlesbar, wie man keineswegs ohne Grund immer wieder behauptet hat.

Zweitens: Mit den aktuellen Technologien zur Online-Präsentation von Texten stehen uns indessen erstmals Möglichkeiten zur Verfügung, diese Unlesbarkeit eines solchen Livre irréalisé dennoch lesbar zu machen, ohne diese Lesbarkeit indes (durch Eingriffe editorischer Natur und/oder interpretativer Willkür) gewaltsam herzustellen. MUSIL ONLINE macht den Musiltext als unlesbaren lesbar und, dies die unumgängliche Kehrseite der Medaille, als lesbaren unlesbar,[7] indem es aufzeigt, inwiefern der Text bereits als sein eigener Kommentar fungiert – weil er nicht anders kann als von sich differieren –, und ihn durchgängig als solchen auffasst. Um hier eingangs gleich ein Bonmot zu wagen: Der philosophische Kommentar als intrinsisches Moment von MUSIL ONLINE trägt nicht allein, aber maßgeblich zur Umsetzung des vornehmlichen Ziels des Portals bei, Musils Text respektive dessen Lesbarkeit nicht etwa nur zu ermöglichen noch auch bloß zu verwirklichen, sondern beides zugleich, sprich: den Text online zu hyperrealisieren.

Aufgrund des skizzierten Spezifikums der Texte Musils als Kommentare nicht nur anderer Texte (dies die in Teilen von bestehenden Kommentaren bereits abgedeckte Ebene der Intertextualität), sondern als zugleich immer schon Kommentare ihrer selbst, das heißt als bewusste literarische Abschöpfung des geschilderten Umstands der textuellen Selbstdifferenz, bedarf es einer zusätzlichen, neuartigen Form des Kommentars, die von der Bedeutungsebene der Texte Musils, von der Polysemie im Musil‘schen Textcontainer ausgeht, um sich in einer nicht einschränkenden, nicht urteilenden Art möglicher Verstehensweisen anzunehmen und diese im Rahmen einer interdiskursiven Kommentierung an die Leser zu vermitteln.

3. Zur Herkunft und Zukunft des Kommentars als philosophische Textsorte

Zwar sind mit den technischen Möglichkeiten im digitalen und Online-Raum völlig neue Perspektiven auf den Kommentar gegeben, die es kritisch zu sondieren gilt. Doch rührt die geforderte Neuartigkeit des für MUSIL ONLINE zu konzipierenden philosophischen Kommentars nicht selbst von dieser technischen Seite her. Vielmehr lässt sich trefflich auf die jahrhundertealte Tradition des Kommentars rekurrieren, wobei freilich bestimmte Aspekte, die in dieser bisher unterrepräsentiert waren oder vernachlässigt wurden, in ein neues Licht rücken bzw. anders gewichtet werden können. Dabei erweisen sich insbesondere zwei Momente des Kommentars als berücksichtigens- und prüfenswert.

3.1 Der philosophische Charakter des Kommentars

Es liegt schon in der Natur des Kommentars, philosophisch zu sein. In gewisser Weise repräsentiert der Kommentar in schriftlichen Kulturen die Form der reflexiven Auseinandersetzung mit einem vorgegebenen Thema, wie sie in mündlichen Kulturen der Dialog darstellt. Sachliche ›Urszene‹ des Kommentars als originär philosophischen Genres ist nicht erst die lateinische Antike, aus der das Wort commentarius stammt, sondern bereits das griechische Altertum, genauer die aufgezeichneten Dialoge des platonischen Sokrates, samt und sonders Paradebeispiele für Texte, die sich selbst kommentieren.[8]

Das faktische Aufkommen des Kommentars als philologischer Form in späterer historischer Zeit, verstanden zunächst als jegliche Art erläuternder Schrift und je nach Bezugsgröße verschieden, schöpft somit nur eine am Ursprung der abendländischen Philosophie bereits angelegte Möglichkeit zur kritischen Perspektivierung bestimmter vorgegebener Inhalte aus. Bei all den unterschiedlichen historischen wie gegenwärtigen Erscheinungsformen des Kommentars zeichnet ihn vor allem eine Eigenschaft aus: Er ist, im Unterschied zu Kritik und Interpretation sowie anderen wertenden Weisen der Reflexion auf (literarische) Werke, keine urteilende Textsorte. Seine erschließende Funktion erwächst aus einer charakteristischen Haltung zwar kritisch prüfender eigener, nicht aber die Texterfahrung anderer steuern wollender Lektüre. Daher spricht der Kommentar auch keine Metasprache gegenüber dem kommentierten Werk, sondern lässt sich auf es ein, schreibt sich in es ein und aus ihm heraus, ohne eine Position »über« ihm zu usurpieren. Sein Aussagemodus ist eher der Konjunktiv denn der Indikativ und schon gar nicht der Imperativ; der Kommentar arbeitet sich ab am Möglichkeitssinn des ihm weniger zugrunde- denn vorliegenden Textes, er behauptet nicht dessen Wirklichkeitssinn.

Einen weiterführenden Ansatz zu diesem Verständnis jedes Kommentars als philosophischen bietet der französische Wissenschaftstheoretiker und Philosoph Michel Serres.[9] Gegenüber »imperialistischen« Kommentaren, die »[...] einen einzigen Schlüssel verwenden, um alle Türen und Fenster zu öffnen[...]«, braucht man für einen philosophischen Kommentar im hier entwickelten (Vor-) Verständnis keinen »Generalschlüssel«, sondern »[...] ein sehr ausgefeiltes Werkzeug«[10]. Dem Kommentator / der Kommentatorin muss an den »Singularitäten« des Werks, »am lokalen Detail« gelegen sein: »Nur so kommt man zu einem Werk. Man muss eine lokale Methode für ein lokales Problem erfinden.«[11]

3.2 Der philosophische Kommentar als indirekte Verständnishilfe

Für eine solche neue Form des Kommentars gilt, dass dieser sich keinesfalls ganz seiner Funktion als hermeneutisches Instrument unterordnen darf. Daher ist der im beschriebenen Sinn philosophische Kommentar kein texterschließender. Nicht ganz zu Unrecht tat Witkowski (1924) in seiner Einführung in die Textkritik den Kommentar im subjektiv-deutenden Verständnis als »Unwissenschaft«[12] ab. Aus diesem Urteil spricht die hier ins Wort gehobene ambivalente Stellung des Kommentars zwischen Wissenschaft – die Seite seiner texterschließenden Funktion – und Philosophie (vulgo »Unwissenschaft«) – die Seite seiner selbstreflexiven, dialogischen Funktion, die an der Grenze des Texts nicht haltmacht, sondern über sie hinausweist. Dabei beinhaltet indes das Attribut »philosophisch« die Chance einer mittleren Position zwischen Wissenschaft und »Unwissenschaft«, sind doch philosophische Lesarten literarischer Texte, ohne im literaturwissenschaftlichen Sinn texterschließend zu sein (oder auf diesen Aspekt vorrangig abzuheben und jedenfalls, ohne sich auf ihn reduzieren zu lassen), nicht schlichtweg subjektive Interpretationen. Sie sind vielmehr aus dem Text selbst – denn »il n’y a pas de hors-texte«[13] – wenn nicht direkt begründbare, so doch stets intersubjektiv nachvollziehbare Einlassungen auf der Grundlage der unumgänglichen (weil auf der Ebene der Zeichen angesiedelten) Intertextualität auch noch des erratischsten, ja selbst eines (unmöglichen) quasi- »privatsprachlichen« absoluten Textes. Mit ein Grund für die Qualifikation selbst des im editionswissenschaftlichen Sinn texterschließenden Kommentars als unwissenschaftlich war bzw. ist zweifelsohne genau dieser Umstand, der hier mit dem Stichwort »Intertextualität« in dessen Facetten zwischen Semiotik, Literaturtheorie und Literaturwissenschaft zumindest indiziert wird:[14] Mit dem Kommentar wird fraglich, wo beginnt der Text, wo endet er?

4. Verhältnisbestimmungen: Text / Kommentar (II)

Auch damit zeigt der Kommentar allerdings etwas auf, was dem Text als solchem bereits inhärent ist – die Frage nach seinem Anfang und seinem Ende. Wenn, wie es oft heißt, der Kommentar dem Text den Weg bahnt, dann gibt es notgedrungen Überschneidungen, Überlappungen, Übertretungen gar, die die Grenze zwischen Text und Kommentar, zwischen Text und Kontext nicht verschwimmen, aber problematisch erscheinen lassen.[15] Um nun sagen zu können, ein Kommentar sei texterschließend – und nur dieses bzw. mehr noch: er habe nur dieses zu sein (wenn er denn als wissenschaftlich gelten wolle) –, müsste umgekehrt stets ganz klar sein, was ist Text, was Kommentar. Gerade der ›gute‹ Kommentar, der den Text nicht nur auf eine lexikalische Weise erschließen will, bleibt aber nicht einfach außerhalb des Textes. Seine Intertextualität bzw. sein Status als Intertext beschränkt sich nicht auf den Nachweis bestimmter Filiationen (sei es aus textgenetischer, sei es aus literarhistorischer Perspektive), er betreibt vielmehr selbst Begriffsarbeit in dem Sinn, dass er über bloße (vervollständigende oder erläuternde) Bemerkungen hinaus in der widerständigen ›Dunkelheit‹ des Textes eine Einladung zur Pluralisierung des Sinns erkennt. Diese geht mit einer Pluralisierung der Autorschaft des Kommentars einher (und kann nur so realisiert werden), wie sie eine Edition im Online-Kontext erst ermöglicht. Ein in diesem Sinne philosophischer Kommentar wäre also zugleich mehr und weniger als ein texterschließender Kommentar: weniger, insofern er den wissenschaftlichen Anspruch des letzteren in gewisser Weise unterbietet (ohne deswegen per se unwissenschaftlich zu sein), mehr, insofern er den Text auf eine ungleich umfassendere, weiterführende Weise erschließt als beispielsweise. ein bloßer Stellenkommentar – er ist auf Erkenntniszugewinn nicht nur im Text und was diesen unmittelbar betrifft gerichtet, ihm geht es vielmehr um Erkenntnis an und mit dem Text und über ihn hinaus. Seine Intertextualität ist Transtextualität, insofern sie letztlich auf eine Hypertextualität zielt,[16] die den Text selbst als bereits Kommentar zu erkennen gibt, der seine Kommentarizität freilich durch sich selbst als Text verbirgt. Musils Bemerkung, dass die Geschichte des Mann ohne Eigenschaften darauf hinauslaufe, dass die Geschichte, die in ihm erzählt werden sollte, nicht erzählt werde,[17] weist vor diesem Hintergrund auf eine Grundstruktur nicht nur dieses ›Romans‹, sondern des (literarischen) Textes überhaupt hin. Die über die Textualität des Textes hinausreichende Vermittlungsfunktion des philosophischen Kommentars wäre darin zu sehen, diese Grundstruktur zu befragen.

5. Die Zeitlichkeit des philosophischen Kommentars

Auf allgemeinster Ebene käme dem so verstandenen philosophischen Kommentar die Aufgabe zu, das Textkorpus als Resultat von und Beitrag zu einem größeren Ganzen im Sinne eines letztlich epochenspezifischen Diskurshorizonts erkennbar zu machen. Er müsste daher sowohl diachron als auch synchron angelegt sein bzw. wirken: diachron, insofern er die textgenetische wie diskursgeschichtliche Perspektive ergründet, welcher sich die faktische Gestalt des Korpus, ob veröffentlicht oder nicht, ob ›vollendet‹ oder fragmentarisch, auf nicht-kausale bzw. nicht-deterministische Weise verdankt; synchron in dem Sinn, dass der Kommentar den, den jeweiligen Zeitgenossen des Textkorpus mutmaßlich möglichen Verständnishorizont erschließen hilft, ohne heutige Lesende auf diesen festzulegen. Denn – und dies unterscheidet den anvisierten innovativen Kommentarbegriff in Online-Umgebungen massiv von bisherigen Auffassungen hinsichtlich des Leistungsspektrums von Kommentaren – die Synchronizität des Textes endet nicht mit dem Hinscheiden von dessen letzten Zeitgenossen. Sie reiteriert sich vielmehr auf der Bedeutungsebene bis in die jeweilige Gegenwart der aktuellen Lesenden und der künftigen Online-User hinein, ermöglicht durch die prinzipielle polysemische Offenheit des literarischen Textes. In der Online-Welt veraltet der Kommentar gerade nicht. [18] Freilich unterminiert ein solch neuartiger Kommentar den kommentierten Text (von welcher Angst ja die Distanzierung traditioneller Werkausgaben gegenüber interpretierenden Kommentaren herrührte), doch erfolgt dies nunmehr auf eine den literarischen Text nicht kontaminierende, ihn geradezu stetig ›verjüngende‹ Weise: Dessen inter- oder transtextuelle Vielschichtigkeit wird durch den Kommentar un-terminiert in dem zeitlichen Sinn von »Ent-fristung« ebenso wie im räumlichen, die Grenze Text-Kontext betreffenden Sinn von »Ent-grenzung«, die dem Derrida-Kristeva’schen Verständnis textueller mise en abyme auch anhaften. In der Online-Umgebung besteht erstmals die Möglichkeit, diese spezifische Qualität nicht ausschließlich, aber insbesondere literarischer Texte sicht- und fruchtbar zu machen: Jede Leserin ist eine mit eigenen Kompetenzen ausgestattete Zeitgenossin des Textes – und damit prinzipiell eine qualifizierte Kommentatorin desselben, wodurch der Text vice versa zum Zeitgenossen seiner jeweiligen Leser avanciert. Ein solcher Kommentar lässt die Lesenden am gleichsam bleibend unabgeschlossenen Prozess teilhaben, in welchem der Text aufgrund seiner topo- wie chronographisch offenen Intertextualität begriffen ist, und befähigt sie zur Entwicklung wie Beisteuerung eigenständig gewonnener Erkenntnisse.[19]

6. Der Kommentar im Online-Kontext

Im Rückblick auf die in den vergangenen Jahrzehnten international lebhaft, wenn nicht heftig geführte Debatte um Stellenwert, Funktion, Bedeutung und Ort des Kommentars im Zusammenhang mit kritischen Ausgaben literarischer Korpora ergibt sich mit dem digitalen bzw. interaktiven Umfeld, in das diese Ausgaben sukzessive überführt oder eingebettet werden, eine neue Perspektive, die die in der erwähnten Debatte geführten Kontroversen zu befrieden verspricht. Im digitalen Kontext und a fortiori im Online-Kontext findet der Kommentar das ihm adäquate Medium,[20] insofern dieses (das Medium) jenem (dem Kommentar) jene Vielschichtigkeit aufzuweisen erlaubt, die seinem Begriff gerecht wird, ohne deswegen die freilich bleibend fragile Grenze zwischen Text und Kommentar zu verwischen. Sie hört nicht auf, sie verschwindet nicht, doch sie wird im digitalen Umfeld idealiter im Hegel’schen Sinn dreifach »aufgehoben«, das heißt. sie bewahrt ihre Gültigkeit (i), insofern sie als latente Frage jeder wissenschaftlich-analytischen wie rezeptiv-interpretativen Beschäftigung mit dem Text bestehen bleibt; sie büßt diese ihre Gültigkeit jedoch zugleich im Sinne einer klaren und eindeutigen Unterscheidung zwischen hier Text(konstitution) und dort Kommentar ein (ii), weil sich die Zahl der möglichen unterschiedlichen Zugänge zum Text, die immer schon potentiell gegen unendlich strebte, im neuen Medium nun auch abbilden kann – wodurch die Problematik des ›rechten‹ Kommentar(maße)s zweifellos eine höhere Ebene erreicht hat (iii).

Die konkrete Gestaltung dieser höheren Ebene des Kommentars im Online-Bereich harrt der Umsetzung. Sie ist angewiesen auf eine zwar umfassende, aber nicht erschöpfende (und insofern dynamische, offene, im Online-Kontext fortzuschreibende) neue Kriteriologie, welche es freilich erst zu erstellen und auszuformulieren gilt. Über die bereits gegebenen Hinweise auf die einer solchen Kriteriologie zugrundeliegenden Überlegungen hinaus kann an dieser Stelle nur auf ganz abstrakter Ebene weiter umrissen bzw. formal angezeigt werden, welcher Schritte es zu deren Erarbeitung bedürfen wird.

7. Zur Reichweite des philosophischen Kommentars: Textkonstellationen

Aus der traditionellen Editionswissenschaft stammt die Überzeugung, dass jeweils nur einzelne, nach bestimmten sowohl zeit- als auch werk- und letztlich zumindest unterschwellig personengebundenen Prinzipien zu eruierende Segmente literarischer Werke (einzelne Wörter, Passagen, Kapitel) erläuterungsbedürftig seien (Stichwort »Stellenkommentar«) und das Werk insgesamt vorab seiner literaturwissenschaftlichen Interpretation allenfalls einen herausgeberseitigen »Überblickskommentar« vertrage. Im Online-Kontext werden derartige einschränkende Differenzierungen, Abgrenzungen und Rücksichten weitgehend obsolet. Vor dem Hintergrund der unabweislichen Einsicht in die grundsätzlich intertextuelle Struktur literarischer Texte muss methodisch davon ausgegangen werden, dass alles an einem Text kommentarwürdig ist. Daraus folgt nicht, dass auch alles gleichermaßen kommentarbedürftig ist. Der subjektiv-interpretatorische, allgemein hermeneutische Faktor der Leserperspektive auf einen Text ist irreduzibel, stellt aber angesichts nicht zuletzt der technischen Möglichkeiten online, in Abhebung von klassischen Präsentationsformen des Textes, kein tunlichst zu überwindendes Hindernis dar, sondern wandelt sich nachgerade zur Existenzvoraussetzung eines philosophischen Kommentars, der zugleich so umfassend wie nötig und so konzise wie möglich ist. Der Kommentar schreibt sich, als Wirkung wie als Bestandteil bestimmter sowohl textueller und formaler wie auch historischer, personeller und sachlicher (bedeutungsmäßiger) Verweisungen, ein in die jeweilige Konstellation des Textes, greift sie auf, bereichert, erweitert und verlängert sie.

»Konstellation« meint dabei analog zur für die Epoche des ausgehenden 18. beziehungsweise beginnenden 19. Jahrhunderts von Dieter Henrich und anderen entwickelten sog. philosophischen Konstellationsforschung,[21] im hier vorrangigen literaturwissenschaftlichen Verständnis[22] die weniger auf der Ebene persönlicher Relationen, sondern auf der textueller Bezugnahmen (seien sie bewusster oder unbewusster Natur) vorfindlichen An-, Hin- und Zuordnungen in einem bestimmten beziehungsweise jeweils zu bestimmenden Zeitrahmen.[23] Die so verstandene Konstellationsforschung als Mittel zur Analyse und Rekonstruktion von Art und Verlauf jener vielfältigen, polygonalen Prozesse im Wissenstransfer einer Zeit tauglich zu machen, in die ein literarisches Werk eingebettet ist,[24] also gleichsam eine Methodologie der Textkonstellationsforschung zu entwickeln, macht einen wesentlichen ersten Schritt in Richtung des angepeilten Online-Kommentars aus. Auf welchen Ebenen des Textes eine solche Textkonstellationsforschung sinnvoller Weise ansetzt – intratextuell, auf Wort- oder gar Zeichenebene, bei Sätzen, Absätzen, Kapiteln, Abschnitten...; intertextuell, bei expliziten oder impliziten Verweisungen auf andere literarische oder außerliterarische Texte, Diskurse, Ideologeme und Philosopheme –, gilt es in einem zweiten Schritt zu klären, der parallel zu dieser Grundlagenarbeit indes bereits die in der jeweiligen Rezeption des zu kommentierenden Textes herausgearbeiteten, sowohl inhaltlich-semantischen wie formal-ästhetischen und stilistischen Interpretamente in den Blick zu nehmen hat. Die Analyse der mit einem gegebenen Text(korpus) vorliegenden Zugänge zum Wissenstransfer einer Zeit setzt voraus, diesen nicht nur einseitig-linear zu begreifen, als würde der Text sich den Konstellationen, in die er sich nolens volens verwoben weiß, in einem kausalen Sinn verdanken. Es gilt vielmehr, jene vielfältigen und teils gegenläufigen Strömungen der konkreten Übertragungsprozesse zu berücksichtigen und ihnen in der Kommentierung Rechnung zu tragen, die an der zeitlichen Grenze des Textes (seinem in textgenetischer Perspektive gleichsam materiellen ›Ende‹) keineswegs aufhören: Die Bewegung des Textes überdauert nicht nur dessen Autor,[25] sie verlängert sich in dessen Rezeption, weit über den vergleichsweise engen Rahmen einer hermeneutisch begriffenen »Wirkungsgeschichte« hinaus, insofern die textkonstitutive Intertextualität nicht aufhört, sich zu schreiben.[26] Die Rede vom Wissenstransfer im Horizont der Textkonstellationsforschung rekurriert daher in der Tat nicht nur auf ein medial-mediologisches Verständnis des Begriffs »Transfer«[27], sie impliziert vielmehr das gesamte Spektrum der psychoanalytischen Dimension des Terminus »Übertragung« (und »Gegenübertragung«).[28] Als Intertext begriffen, der sowohl seinerseits Ergebnis von wie andererseits Impuls für letztlich unendliche Umcodierungen anderer Texte ist,[29] gemahnt der literarische Text an den berühmten Freud’schen Wunderblock,[30] und wie dessen Einritzungen unter der Oberfläche des Wachspapiers bei jeder Überschreibung erhalten bleiben, so reichert sich auch der Kommentar im Online-Kontext mit jedem Eintrag auf eine Weise an, die die darunterliegende Schicht nicht auslöscht (ob palimpsestartig im Sinne der Taxonomie von Genette 1990 oder als Architext im ursprünglichen Sinne von Derrida 1994, ist eine der Fragen, die zu klären sind). Im Horizont eines so erweiterten Verständnisses von Wissenstransfer in einem durch textuelle Konstellationen abgesteckten Denkraum entpuppt sich der hier anvisierte philosophische Charakter des Kommentars als unabweislich.[31]

8. Paradigmatische und syntagmatische Anschlüsse

Während der Großteil der bisher beschriebenen Schritte unter der Prämisse des doppelten Novums der Präsentation von Musil im Online-Kontext und einer durchgängigen philosophischen Kommentierung steht und insofern wissenschaftliches Neuland betritt, bedarf es einer simultanen Aufbereitung jener Interpretamente für den Kommentar, die in der schon existierenden Forschungsliteratur bereitgestellt sind. Insofern diese sich über weite Strecken selbst bereits an der von Musils Schreiben beständig umwanderten Schwelle von Philosophie, Literatur und Wissenschaft befindet und just den (sei’s disziplinären, sei’s methodischen oder gar ontologischen) Stellenwert derselben bei Musil befragt, steht die im textkonstellationsforschungsmäßig verstandenen Sinne eo ipso philosophische Bedeutung ihrer jeweiligen Erträge außer Frage und stellt eine wichtige Basis für die Umsetzung des Portals dar.

Hier besteht die Aufgabe darin, in einer Art von paradigmatischem ›scanning‹ der bisherigen wissenschaftlichen Rezeption ›philosophische Interpretamente‹ der Musil-Texte in systematischer Weise zu erfassen. Als ›philosophisch‹ sind jene ›Interpretamente‹ zu bezeichnen, die sich nicht vorrangig auf die formale Struktur der Texte beziehen oder auf ihre historisch-biographische textgenetische Herkunft. Es gilt weiter, diese Interpretamente als Substanzen des Wissenstransfers zu isolieren, das heißt als Kernaussagen in Originalzitaten aus der Forschungsliteratur zu katalogisieren und in einen Kataster einzubringen, der nach Diskursfeldern (z. B. Soziologie, Psychologie), wissens- und kulturgeschichtlichen Epochen und deren Autoren usw. gerastert ist. In diesem Kataster wird verzeichnet, was die Forschungsliteratur an intertextuellen Relationen/ Verweisungsverhältnissen zwischen konkreten Musil-Text(stellen) und konkreten Kontext(stellen) bereits festgestellt hat. Die auf diese Weise isolierten und im Kataster verzeichneten paradigmatischen Interpretamente der Forschungsliteratur liefern der syntagmatischen Textkonstellationsforschung, die auf den philosophischen Kommentar zielt, unverzichtbare Knotenpunkte. Von den jüngsten monographischen Standardwerken[32] ausgehend sind die Diskurse, in welche die Interpretamente eingebunden sind, forschungsgeschichtlich zurückzuverfolgen; es versteht sich, dass diese diachrone Dialogizität der wissenschaftlichen Musil-Rezeption im Kataster zu dokumentieren ist.

9. Ausblick

Sobald die Kriteriologie für den Kommentar entwickelt ist, das heißt sobald auch bereits absehbar ist, welchen textlichen Zuschnitt der philosophische Kommentar insgesamt beziehungsweise. auch in seinen jeweiligen Teilen aufweisen wird, gilt es, unter Maßgabe der im Online-Kontext vorfindlichen technischen Möglichkeiten eine interaktive Struktur zu entwickeln, die den beiden Momenten sowohl der fachlichen Präzision und interdiskursive und in weiterer Folge wissenschaftlichen Korrektheit einerseits als auch der angemessenen visuellen Präsentation und rezeptiven Zugänglichkeit andererseits genügt. Die geforderte Pluralisierung der Autorschaft des Kommentars will in diesem Zusammenhang ebenso berücksichtigt sein wie die ›klassischen‹ editionswissenschaftlichen Prinzipien etwa der interpretatorischen Askese bzw. Abwehr von Überkommentierung; mit anderen Worten, die Struktur soll so eindeutig und klar wie nötig und dabei so offen wie möglich sein. Dazu werden verschiedene Ebenen der Kommentierung auseinanderzuhalten sein, die der User des Portals nach seinem Gutdünken an- oder abwählen kann – vom schlichten Lesetext (identisch mit der gleichzeitig geplanten Buchausgabe) bis zu einem gleichsam synoptisch mit dem Musil-Text lesbaren, durchgängigen Kommentar von philosophischem Gehalt.


Fußnoten


Bibliographische Angaben

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  • Sigmund Freud: Notiz über den »Wunderblock«. In: Sigmund Freud: Freud-Studienausgabe. Hg. von Alexander Mitscherlich. Bd. 3: Psychologie des Unbewußten. Frankfurt/Main 1975, S. 363–369. [Nachweis im GVK]

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  • Dieter Henrich: Konstellationen. Probleme und Debatten am Ursprung der idealistischen Philosophie (1789–1795). Stuttgart 1991. [Nachweis im GVK]

  • Text und Feld. Bourdieu in der literarturwissenschaftlichen Praxis. Hg. von Markus Joch / Norbert Christian Wolf. Tübingen 2005. (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, 108) [Nachweis im GVK]

  • Julia Kristeva: Bachtin, das Wort, der Dialog und der Roman. In: Literaturwissenschaft und Linguistik: Ergebnisse und Perspektiven. Hg. von Jens Ihwe. Bd. 3: Zur linguistischen Basis der Literaturwissenschaft; 2. Frankfurt/Main 1972, S. 245–375. [Nachweis im GVK]

  • Jacques Lacan: Das Werk von Jacques Lacan. Hrsg. und übers. von Norbert Haas / Vreni Hans / Hans-Joachim Metzger. Bd. 20: Das Seminar, Buch XX (1972–1973): Encore. Weinheim u.a. 1986. [Nachweis im GVK]

  • Jacques Lacan: Das Werk von Jacques Lacan. Hrsg. und übers. von Norbert Haas / Vreni Hans / Hans-Joachim Metzger. Bd. 8: Das Seminar, Buch VIII (1960–1961): Die Übertragung. Wien 2008. [Nachweis im GVK]

  • Pierre Legendre: Die Fabrikation des abendländischen Menschen. Zwei Essays. Übers. von Andreas Mayer. Wien 1999. [Nachweis im GVK]

  • Konstellationen. Versuchsanordnungen des Schreibens. Hg. von. Helmut Lethen / Annegret Pelz / Michael Rohrwasser. Göttingen 2013. [Nachweis im GVK]

  • Wolfgang Lukas: Eröffnung der Tagung Kommentieren und Erläutern im digitalen Kontext. (Halberstadt, 26.–28.11.2015). [im Erscheinen]

  • Konstellationsforschung. Hg. von Martin Mulsow / Marcelo Stamm. Frankfurt/Main 2005. [Nachweis im GVK]

  • Michel Neyraut: Die Übertragung. Eine psychoanalytische Studie. Hg. von Alexander Mitscherlich. Frankfurt/Main 1976. [Nachweis im GVK]

  • Michel Serres: Aufklärungen. Fünf Gespräche mit Bruno Latour. Übers. von Gustav Roßler. Berlin 2008. [Nachweis im GVK]

  • Marcelo R. Stamm: Konstallationsforschung. Ein Methodenprofil: Motive und Perspektiven. In: Konstellationsforschung. Hg. von Martin Mulsow / Marcelo Stamm. Frankfurt/Main 2005, S. 31–73. [Nachweis im GVK]

  • Genese und Grenzen der Lesbarkeit. Hg von Philipp Stoellger. Würzburg 2007. [Nachweis im GVK]

  • Georg Witkowski: Textkritik und Editionstechnik neuerer Schriftwerke. Ein methodologischer Versuch. Leipzig 1924. [Nachweis im GVK]

  • Norbert Christian Wolf: Robert Musil als Analytiker Robert Musils. Zum Mann ohne Eigenschaften. In: Text und Feld: Bourdieu in der literarturwissenschaftlichen Praxis. Hg. von Markus Joch / Norbert Christian Wolf. Tübingen 2005, S. 207–229. (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, 108) [Nachweis im GVK]

  • Peter V. Zima: Roman und Ideologie. Zur Sozialgeschichte des modernen Romans. München 1986. [Nachweis im GVK]

  • Pierre V. Zima: L’esthétique de la déconstruction, du romantisme à Nietzsche et Derrida. In: Multitudes. revue politique, artistique, philosophique, numéro spécial juin 1992: Le texte et son dehors. [online]

Weiterführende Literatur

  • Walter Fanta: Die ›Klagenfurter Ausgabe Robert Musil‹: Historisch-kritisches Edieren am Computer. [online] In: Jahrbuch für Computerphilologie 8 (2006). Hg. von Georg Braungart / Peter Gendolla / Fotis Jannidis. Paderborn 2007, S. 29–54. [online] [Nachweis im GVK]

  • Robert Musil: Gesammelte Werke. Hg. von Adolf Frisé. 2 Bände. Reinbek/Hamburg. Band 1: Der Mann ohne Eigenschaften. Band 2: Prosa und Stücke. Kleine Prosa, Aphorismen. Autobiographisches. Essays und Reden. Kritik, Reinbek/Hamburg 1978. [Nachweis im GVK]

  • Detlef Thiel: Über die Genese philosophischer Texte: Studien zu Jacques Derrida. Freiburg/Breisgau u.a. 1990. [Nachweis im GVK]


Heft / Sonderband: 
Digitale Metamorphose: Digital Humanities und Editionswissenschaft

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