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»Newe landte« in der historischen Sprachwissenschaft: Ein Beitrag zur Druckersprache der Nürnberger Offizin Georg Stüchs auf Grundlage der Digitaledition Paesi novamente retrovati - Newe unbekanthe landte.

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Beitrag in Sonderband 2
Norbert Ankenbauer Autoreninformationen

DOI: 10.17175/sb002_009

Nachweis im OPAC der Herzog August Bibliothek: 887666698

Erstveröffentlichung: 15.03.2018

Lizenz: Sofern nicht anders angegeben Creative Commons Lizenzvertrag

Medienlizenzen: Medienrechte liegen bei den Autoren

Letzte Überprüfung aller Verweise: 07.03.2018

GND-Verschlagwortung: Edition | Historische Sprachwissenschaft | Reisebericht | Quellenforschung |

Empfohlene Zitierweise: Norbert Ankenbauer: »Newe landte« in der historischen Sprachwissenschaft: Ein Beitrag zur Druckersprache der Nürnberger Offizin Georg Stüchs auf Grundlage der Digitaledition Paesi novamente retrovati - Newe unbekanthe landte. In: Digitale Metamorphose: Digital Humanities und Editionswissenschaft. Hg. von Roland S. Kamzelak / Timo Steyer. 2018 (= Sonderband der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften, 2). text/html Format. DOI: 10.17175/sb002_009


Abstract

Anhand einer Untersuchung zur Graphie eines Drucks der Offizin Georg Stüchs von 1508 wird in diesem Beitrag exemplarisch aufgezeigt, wie sich moderne digitale Editionen für die sprachhistorische Forschung nutzen lassen. Die Analyse konzentriert sich dabei, nach einem Überblick über den Lettern-/Graphenbestand des Drucks und verwendete Abbreviaturen, auf folgende Aspekte: die Graphie der Diphthonge und von /œ, ø:/ und /ʏ, y:/, Schreibvarianten für /ɪ, i:/, /ʊ, u:/, /f/ und /t/, die Verteilung der Lettern <S, ſ, ß, s> sowie die Großschreibung von Substantiven. Durch einen Vergleich der in der Anthologie enthaltenen [A]bschrieffte eines Sandtbriefes mit einem zeitnah erschienenen eigenständigen Druck des gleichen Textes, der ebenfalls Georg Stüchs zugeschrieben wird, wird weiterhin der Frage nachgegangen, inwieweit bzgl. der Sprache einer Druckwerkstatt mit Homogenität gerechnet werden kann.


Using an examination of the orthography of a print by the printer Georg Stüchs from 1508, this paper demonstrates how modern digital editions can be used for historio-linguistic research. After an overview of the letters/graphemes and abbreviations used by the print shop, this analysis concentrates on the following aspects: the spelling of diphthongs and of /œ, ø:/ und /ʏ, y:/; writing variations for /ɪ, i:/, /ʊ, u:/, /f/ und /t/; the distribution of the letters <S, ſ, ß, s>; and the capitalization of nouns. By comparing the text [A]bschrieffte eines Sandtbriefes with a contemporary print of the same text published independently, also attributed to Georg Stüchs, this paper explores the extent to which the language of a printer’s workshop can be considered homogeneous.



1. Einleitung

1.1 Digitaleditionen als Grundlage historischer Sprachwissenschaft

Die Aussagekraft jeglicher linguistischen Forschung steht und fällt mit der Größe und Qualität des zugrunde liegenden Textkorpus. In der historischen Sprachwissenschaft ergaben sich diesbezüglich bisher grundlegende methodische Probleme dadurch, dass häufig auf Editionen zurückgegriffen werden musste, bei denen die Herausgeber in unterschiedlichem Maße sprachliche Änderungen am Ausgangstext vorgenommen hatten.[1] Hinzu kam die oft überschaubare Datenbasis einschlägiger Forschungsarbeiten.

Heutzutage ist die linguistische Analyse großer Textmengen zwar vergleichsweise einfach zu leisten, es mangelt jedoch oft an ausreichend originalgetreu edierten Texten, um verlässliche Ergebnisse sicherstellen zu können. Mit der Digitalisierung gedruckter Texteditionen kann zwar die verfügbare Datenbasis erheblich erweitert werden, das Problem der sprachlich nivellierenden Abweichungen im Vergleich zum Original bleibt dabei jedoch weiterhin bestehen.

Jüngere digitale Editionen schaffen hier Abhilfe: Da Restriktionen im Hinblick auf den Umfang und mögliche Annotationen im Vergleich zu gedruckten Editionen entfallen, kann durch entsprechende Gestaltung der Transkriptionen gewährleistet werden, dass beliebig viele mehr oder weniger originalgetreue Versionen des Textes nebeneinander gestellt werden können. Zudem ist im Zweifelsfall stets der direkte Zugriff auf das Digitalisat des Ausgangstextes möglich.

In diesem Beitrag sollen anhand einer Untersuchung zur Graphie eines frühneuhochdeutschen Drucks auf Grundlage der digitalen Edition Paesi novamente retrovati - Newe unbekanthe landte exemplarisch die Möglichkeiten für quantitativ ausgerichtete Forschungsarbeiten in der historischen Sprachwissenschaft auf Grundlage moderner digitaler Editionen aufgezeigt werden.

1.2 Paesi novamente retrovati - Newe unbekanthe landte. Eine digitale Edition früher Entdeckerberichte

Im Rahmen der Reihe Editiones Electronicae Guelferbytanae wurden die Paesi Novamente retrovati. Et Novo Mondo da Alberico Vesputio Florentino intitulato, eine 1507 in Vicenza erschienene Anthologie früher Entdeckerberichte, sowie ihre bereits 1508 gedruckten Übersetzungen ins Lateinische, Frühneuhochdeutsche und Niederdeutsche herausgegeben. Neben den Faksimiles aller vier Texte liegen für den italienischen Ausgangstext sowie die frühneuhochdeutsche Übersetzung Transkriptionen im XML (TEI-P5)-Format vor, die bewusst so gestaltet wurden, dass sowohl eine weitestgehend originalgetreue als auch eine leicht modernisierte Version verfügbar sind. Eine frühere Fassung der Transkription des italienischen Textes wurde bereits für eine linguistische Analyse der sprachlichen Merkmale der Editio princeps herangezogen.[2]

Abb. 1: Titelblatt - Newe
                              vnbekanthe landte. HAB-Signatur: A: 156.10 Quod. 2° (2).
                           Digitalisat-PURL: http://diglib.hab.de/drucke/156-10-quod-2f-2s/start.htm?image=00001
Abb. 1: Titelblatt - Newe vnbekanthe landte. HAB-Signatur: A: 156.10 Quod. 2° (2). Digitalisat-PURL: http://diglib.hab.de/drucke/156-10-quod-2f-2s/start.htm?image=00001

Die Anthologie umfasst Reiseberichte verschiedener Autoren, u. a. von Alvise Da Mosto und Amerigo Vespucci, und bietet einen Überblick über die portugiesischen und spanischen Entdeckungsfahrten des Zeitraums 1455 bis 1504. Die frühneuhochdeutsche Übersetzung, die auf den Nürnberger Arzt Jobst Ruchamer zurückgeht, wurde 1508 von Georg Stüchs mit dem Titel Newe unbekanthe landte Und ein newe weldte in kurtz verganger zeythe erfunden (im weiteren Text mit NUL abgekürzt) gedruckt. Neben der Übersetzung enthält das Werk ein einleitendes Vorwort von Jobst Ruchamer, der Übersetzung selbst folgt im Anschluss als Kapitel 143 noch die [A]bschrieffte eines Sandtbriefes des portugiesischen Königs Emanuel I. vom 12. Juni 1508 an Papst Julius II. sowie eine kurze Nachricht zum Auslaufen einer portugiesischen Flotte, die auf den Brief eines Kaufmanns vom 24. Juli 1508 aus Lissabon zurückgeht. Dieser Sandtbrief und die anschließende Meldung liegen auch als gesonderter Druck vor.[3]

1.3 Korpus und Hilfsmittel

Abb. 2: Analyse mit dem Konkordanzprogramm
                           AntConc (Version 3.4.4w)
Abb. 2: Analyse mit dem Konkordanzprogramm AntConc (Version 3.4.4w)

Grundlage der Analyse ist die in der o. g. digitalen Edition enthaltene Transkription der Newe[n] unbekanthe[n] landte […] (im weiteren Text steht NUL1 für die dort verfügbare engere, NUL2 für die weitere Transkription)[4] sowie eine eigens, ebenfalls im Format XML (TEI-P5) erstellte Transkription des Drucks Ein abschrifft eines ſandtbriefes (mit ASB abgekürzt). Soweit nichts Gegenteiliges vermerkt, liegen der Auswertung jeweils die HTML-Dateien, die mit den frei verfügbaren XML- und XSL-Dateien erzeugt wurden, zu Grunde.[5] Die NUL-Transkription weist mehr als 9.000 ›word types‹ mit mehr als 88.200 ›word tokens‹ auf;[6] unbereinigt sind es 9.534 ›word types‹ und 88.966 ›word tokens‹.[7] Für die ASB-Fassungen umfasst der Text mehr als 800 ›word types‹mit mehr als 2.100 ›word tokens‹; unbereinigt ergeben sich für die Anthologie-Version 870 ›word types‹ bzw. 2.190 ›word tokens‹, für den eigenständigen Druck 842 ›word types‹ bzw. 2.167 ›word tokens‹.[8]

Zur statistischen Auswertung wurde das frei verfügbare Konkordanzprogramm AntConc (Version 3.4.4w)[9] verwendet. Bei der Darstellung von Suchanfragen werden im weiteren Text die dortigen Platzhalter (›wildcards‹) wie folgt angegeben: »*« für beliebig viele Zeichen, »?« für genau ein Zeichen und »+« für optional ein oder kein Zeichen; bei der Suchanfrage verwendete Leerzeichen (›whitespace‹) werden in diesem Beitrag mit Unterstrich ( »_«) dargestellt.

Generell wurde bei der Auswahl der Suchbegriffe auf eine hohe Frequenz Wert gelegt, um Fehlschlüsse auf Grundlage von Druckfehlern etc. auszuschließen. Da das Korpus nicht lemmatisiert ist, konnten allerdings zuweilen eigentlich naheliegende Suchanfragen nicht berücksichtigt werden, da eine Bereinigung homographer Formen bei sehr hohen Belegzahlen nicht realisierbar war.

2. Die Sprache der NUL: »deutſche ſprache« - »hochduͤdesch«

Jobst Ruchamer, der Übersetzer der NUL, schreibt in seinem Vorwort, ein Freund habe ihn gebeten, die italienische (»in welliſcher ſprache gemachte«)[10] Vorlage »in deutſche ſprache zu bryngen«, auch an weiteren Stellen ist mehrmals von Deutsch als Zielsprache der Übersetzung die Rede.[11] Der Lübecker Henning Ghetelen, der nur wenig später das Werk ins Niederdeutsche übertrug, erläutert in seinem Vorwort, Ruchamer habe ins »hochduͤdesch« übersetzt, er nun aber das Hochdeutsche wiederum in seine Muttersprache, wie sie in den Hansestädten etc. üblich sei.[12] Zeitgenössisch wird unser Ausgangstext also als Hochdeutsch angesehen.

Abb 3:  Kolophon - Newe
                           vnbekanthe landte. HAB-Signatur: A: 156.10 Quod. 2° (2).
                        Digitalisat-PURL: http://diglib.hab.de/drucke/156-10-quod-2f-2s/start.htm?image=00128
Abb 3: Kolophon - Newe vnbekanthe landte. HAB-Signatur: A: 156.10 Quod. 2° (2). Digitalisat-PURL: http://diglib.hab.de/drucke/156-10-quod-2f-2s/start.htm?image=00128

Sowohl Jobst Ruchamer als auch der Buchdrucker Georg Stüchs waren Nürnberger: Ruchamers Vater hatte bereits 1464 das Bürgerrecht der Stadt erworben, Georg Stüchs wurde 1484 Nürnberger Bürger; nach eigenen Angaben stammte Stüchs aber ursprünglich aus Sulzbach in der Oberpfalz.[13] Der Druckort Nürnberg wird innerhalb des Frühneuhochdeutschen dem Ostfränkischen zugerechnet, je nach Ansatz wird diese Varietät innerhalb des Ostoberdeutschen oder Nordoberdeutschen angesiedelt.[14] Es ist jedoch grundsätzlich fraglich, wie stark der Einfluss der zeitgenössisch lokalen Varietät des Druckorts auf die Sprache des einzelnen Drucks bzw. der Druckwerkstatt war, da weitere Einflussfaktoren zu bedenken sind:[15] Zum einen ist über die Herkunft der evtl. unmittelbar am Druck beteiligten Personen, wie z. B. der Setzer und Korrektoren, häufig, wie auch bzgl. des hier untersuchten Drucks, bislang nichts bekannt. Gerade diese individuellen Setzersprachen könnten aber für die Varianz innerhalb eines Drucks oder im Hinblick auf die Druckersprache einer Offizin ausschlaggebend sein.[16] Zum anderen lässt die Tatsache, dass Stüchs das Werk noch im gleichen Jahr ebenfalls in Nürnberg in niederdeutscher Übersetzung druckte,[17] vermuten, dass die Vermarktung im gesamten hoch- und niederdeutschen Sprachraum anvisiert war, was gegen eine regional markierte Sprache sprechen dürfte.

2.1 Zur Graphie des Drucks

Da die von der jeweiligen Druckwerkstatt verwendeten Typen bzw. das Letter-Inventar einen direkten Einfluss auf die Graphie und somit auch auf eventuell ermittelbare Regularitäten und Varianten haben,[18] hier zunächst eine Übersicht der in den NUL verwendeten Lettern bzw. Graphen:[19]

Minuskeln: <a, b, c, d, e, f, g, h, i, j, k, l, m, n, o, , p, q, r, ꝛ, s, ſ, ß, t, u, uͤ, v, w, x, y, z>

Majuskeln: <A, B, C, D, E, F, G, H, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, V, W, X, Z>

Initialen: <A, B, D, E, G, I, M, N, S, U, Z>

Den Minuskeln <i, j> und <u, v> steht jeweils nur eine Majuskel, <J> und <V>, gegenüber, bei den Initialen <I> und eine Letter, die eher <U> als <V> ähnelt; auch die entsprechende Letter, die auf dem Titelblatt und den größer gesetzten Anfängen der Kapitelüberschriften erscheint, könnte man als <U> statt als <V> lesen. Für /œ, ø:/ und /ʏ, y:/ finden nur bei den Minuskeln eigene Lettern Verwendung. Für den A-Umlaut wird keine eigene Letter verwendet, der entsprechende Laut wird phonologisch mit <e> (z. B. <handt> - <hende>) wiedergegeben.

Abbreviaturen und ihre Auflösungen:

Nasalstrich: ā (am, an), ē (em, en), ī (in), ō (om, on), ū (um, un),  (mm),  (nn, en)

Abweichende Auflösungen: D (Domin[…]: Dominicus, dominica), v (vnd)

Weitere: d̕ (der), ⁊ (etc.), v̉ (ver)

Hier eine Übersicht zur Frequenz der einzelnen Abbreviaturen und ihrer Auflösungen:[20]

ā am 15 mm 56
ā an 521 nn 508
ē em 365 en 23
ē en 1693 omin 5
ī im 0 nd 553
ī in 4 der 389
ō om 3 ⁊c. etc. 16
ō on 549 ver 55
ū um 82
ū un 187

2.2 Laut-Buchstaben-Beziehungen

Im Hinblick auf die Laut-Buchstaben-Beziehungen wurden folgende Phänomene untersucht:[21]

  • die Verschriftlichung der Diphthonge /ae, ao, oe/,
  • die Graphie von /œ, ø:/ und /ʏ, y:/,
  • die Schriftvarianten für /ɪ, i:/ und /ʊ, u:/,
  • die Verteilung von <f> und <v> für /f/,
  • die Distribution von <ſ, ſſ, ß, s>,
  • sowie die von <t, th, dt> für /t/.

2.2.1 Die Diphthonge

/ae/ - <ai, ay, ei, ey>

Für die Schreibung des Diphthongs /ae/ sind vier Schreibvarianten zu verzeichnen, deren Verteilung von mehreren Faktoren abhängig ist: Stellungsbedingt dominieren im absoluten Auslaut die Varianten <ay, ey>. Bei den meisten Morphemen bzw. Wortformen[22] ist <ey> die Leitvariante, bei einigen wenigen, aber hochfrequenten Morphemen bzw. Wörtern hingegen ist <ei> eindeutig die Hauptform, so z. B. beim unbestimmten Artikel bzw. Zahlwort <ein, eins> und dem Verb <sein>. Eine starke Konkurrenz von <ay> zu <ey> lässt sich beim Derivationssuffix {-erley} sowie dem Zahlwort <zway> und entsprechenden Wortbildungen belegen. Sonst ist <ay> nur bei einzelnen Lexemen, so z. B. beim Verb <maynen> (›meinen‹) und Derivaten, Leitvariante.

Suchbegriff[23] <ey> <ay> <ei> <ai> Bereinigungen
{-erey} *erey 26 0 0 0 *eray: 1-1 (kein Suffix)
{-erley} *erley 61 52 3 0
{-keyt} *keyt* 66 28 6 8
{-heyt} *heyt* 69 12 18 3 *hayt*: 17-5 (2 »ſchayt*«, 3 »hayt+er*«)
allein allein+ 12 0 34 3
bey bey 344 0 19 0 bey: 345-1 (»bey-|«)
{drey-} drey* 180 0 7 0
ein, eins ein|eins 46 0 1094 3

ein|eins: 1099-5 (»ein(-)|«);

ain: 4-1(»ain-|«)

{-gleych-} *gleych* 121 1 107 0
kein kein++|keins 53 9 74 29 kein++|keins: 75-1 (»keiner-|«)
kleyn kleyn++ 48 14 44 20
meyl meyl++ 190 2 2 0

mein

(Possessiv)

mein++ 33 0 43 1

meyn++: 37-4 (Verb);

mayn++: 11-11 (Verb);

main++: 4-3 (Verb)

maynen (Verb) mayne*|maynt* 6 28 2 5

meyne*|meynt*: 33-27 (Possessiv); mayne*|maynt*: 31-3 (»ver-|maynte(n)«);

meine*|meint*: 32-30 (Possessiv);

maine*|maint*: 6-1 (Possessiv)

maynung mayn?+g* 2 6 0 6
reych reych* 86 1 37 0

ſein++

(Verb, Poss.)

ſein++ 115 0 955 0 unbereinigt
ſein (Verb) ſein die|sein vnd 3 0 83 0
ſein (Possessiv) ſeyn++ land* 10 0 5 0
ſein (Possessiv) ſeyn++ ?ch*ff++ 6 0 8 0 ſein++: 9-1 (Verb)
ſein (Possessiv) ſeyn++ we?b* 6 0 6 0
weyb weyb* 91 0 14 0
weyt weyt+++ 156 0 29 0
zeyt zeyt++ 142 0 22 0
{zway-} zway* 85 87 14 3 zwey: 92-7 (»zweyf*«)

/ao/ - <au, aw>

Die Verteilung von <au, aw> folgt nur teilweise klaren Regeln: Für die Lautverbindung /aoe/ steht stets <awe>, da <u> in dieser Position /v/ repräsentiert. Einige Morpheme bzw. Wortformen weisen eine eindeutige Präferenz auf, bei anderen hingegen erscheint die Wahl der einen oder anderen Schreibweise eher willkürlich.

Suchbegriff[24] <au> <aw> Anteil <au> Bereinigungen
auch auch 605 0 100,00%
auf au+f 551 0 100,00% auff: 554-3 (»auf-|«)
{auß} auß*|auſſ* 364 0 100,00%
/aoe/ *awe* 0 66 0,00% aue: 134-134 (/v/, /f/)
{bawm} *bawm* 54 97 35,76%
{brauch} *brauch* 53 1 98,15%
{dawb} dawb* 1 97 1,02%
{dawſch} *dawſch* 0 12 0,00%
{fraw} *fraw* 0 43 0,00%
{glaub} *glaub* 36 21 63,16%
{haubt} *haubt* 135 102 56,96%
{hawß} *hawß*|*hawſ* 22 42 34,38%
{kauf} *kauf* 228 11 95,40%
{zawb} *zawb* 1 17 5,56%

/oe/ - <eu, ew>

Die Präferenz der einen oder anderen Schreibweise ist vom jeweiligen Morphem bzw. der Wortform abhängig. Die Präferenz für <ew> in <ewer> dürfte, wie bereits bei /ao/ dadurch erklärbar sein, dass <u> in dieser Position für /v/ steht.

Suchbegriff[25] <eu> <ew> Anteil <eu>
dewtſch deutſch++|teutſch++ 10 47 17,54%
euch euch 9 0 100,00%
ewer ewer 0 10 0,00%
{freund} freund*|freunt* 44 2 95,65%
hewſer hewſer++ 0 48 0,00%
{lewt} *lewt* 13 207 5,91%
{newn} *newn* 1 33 2,94%

2.2.2 Vokale (Monophthonge)

/ɪ, i:/ - <J, j, i>

Grundsätzlich liegt bei <J, j, i> eine komplementäre Verteilung vor, d. h. am Wortanfang steht <J, j> im Wortinneren bzw. am Wortende hingegen <i>; am Wortende tritt <j> allerdings nach direkt vorangegangenem <i> auf, also z. B. bei lateinisch deklinierten Monatsnamen wie »an dem […] tage Junij«, »Julij«. <I> findet nur bei Initialen an Stelle von <J> Verwendung.

Von dieser Grundverteilung, die im Gegensatz zur Distribution von <u, v> jedoch selten konsequent durchgehalten wird (bei vielen Wortformen findet sich auch anlautend neben der <j-> die <i->-Schreibung), wird allerdings bei einigen wenigen, hochfrequenten Wörtern bzw. Wortformen bewusst abgewichen:

Suchbegriff[26] <i-> <j-> Anteil <i-> Bereinigungen
ich ich 273 4 98,56%
in (Präposition, Pronomen ›ihn‹) in 1214 57 95,52%

in: 1216-2 (»in-|«);

jn: 71-14 (»jn(-)|«)

iſt iſt 925 0 100,00%

<ie, i, y, ye>

Die Verteilung von <ie, i, y, ye> im Wortinneren bzw. am Wortende erscheint, zumindest bei den hier untersuchten Wortformen, teilweise systematisch: Einsilber mit offener Silbe (<die, nie, ſie, wie>) weisen fast ausschließlich <ie>, selten <ye> auf, bei gedeckter Silbe (<diß, nicht, ſich, vil, wir>) ist <i>, unabhängig von der Vokallänge, die Regel. Schwer durchschaubar ist die Schreibung des lexikalischen Morphems {ſchiff}, das im Text als Substantiv und Verb, sowohl als Simplex als auch in Wortbildungen auftritt. Bei der einsilbigen Form ist die Dominanz von <i, y> deutlich, bei den mehrsilbigen Formen hingegen ist ein großer Variantenreichtum festzustellen, die frequenteste Variante ist hierbei <ie>.

Suchbegriff[27] <ie> <i> <ye> <y> Bereinigungen
die die 1745 0 17 0
nie nie 31 0 5 0 nie: 33-2 (»nie-|«)
ſie ſie 1972 1 8 0 ſi: 2-1 (»ſi-|«)
wie wie 278 0 24 1 wy: 7-6 (»wy(-)|«)
diß diß 0 3 0 0
diſe diſe+ 23 634 0 386
nicht nicht 0 592 0 3
ſich ſich 0 289 0 1
vil vil 52 337 0 4
wir wir 3 681 0 28 wir: 682-1 (»wir-|«); wyr: 29-1 (»wyr-|«)
schyff ſchiff 2 10 0 15 ſchieff: 4-2 (»ſchieff-|«); ſchiff: 14-4 (»ſchiff-|«); ſchyff: 17-2 (»ſchyff-|«)
{schieff} *ſchif??* 333 137 34 270

/œ, ø:/ - <>

Der Laut wird als Minuskel durchweg konsequent verschriftlicht. Eine Ausnahme stellt das Zahlwort <zwölf> und entsprechende Wortbildungen dar, bei dem die Form mit <> nur einmal zu belegen, die Standardform dagegen <zwelf> (29) ist; als Variante findet sich <zwolf> (7).[28] Eventuell könnte hier die morphologische Verwandtschaft zu <zwey> den Ausschlag gegeben haben. Hinsichtlich der Großschreibung - bei den Majuskeln wird keine entsprechende Letter verwendet - lässt sich nur ein Einzelbeleg für <Ole> finden.

Suchbegriff[29] <> <o> Anteil <> Bereinigung
drffer (Plural) drffer+ 12 0 100,00%
grſſer (Komparativ) grſ+er+ 39 3 92,86% groſ+er+: 50-47 (Positiv)
{grſt} (Superlativ) *grſt* 45 0 100,00%
{hchſt} (Superlativ) *hchſt* 13 0 100,00%
berſt (Superlativ) berſt++ 10 2 83,33%
le _le+ 19 1 95,00%
{ſchn} ſchn* 62 3 95,38% ſchon*: 11-8 (›schon‹)
{vgel} (Plural) *vgel* 20 0 100,00%
vlcker (Plural) vlcker+ 7 1 87,50%

/ʊ, u:, v/ - <V, v, u>

Die Buchstaben <V, v, u> finden sich, unabhängig vom konkreten Lautwert, in klarer komplementärer Verteilung, d. h. <V, v> findet sich stets wortinitial, <u> hingegen im Wortinneren oder am Wortende.

/ʏ, y:/ - <, u, v>

Im Gegensatz zur Darstellung des O-Umlauts wird /ʏ, y:/ nur bei einigen wenigen Wortformen konsequent markiert. Die Aussprache von <knig> bleibt ungewiss, da auch <konig> (3) und <knig> (8) zu belegen sind. Die Präposition <vber> erscheint stets ohne Umlaut. Dass die Umlaut-Kennzeichnung im Anlaut aber nicht prinzipiell ausgeschlossen erscheint, zeigen Einzelbelege wie <brige> oder <bung>.[30]

Suchbegriff[31] <> <u> Anteil <>
bchlein bchle+n+ 17 2 89,47%
bchßen bchſ+en|bchßen 17 2 89,47%
Frſt frſt+++ 44 111 28,39%
Knig kn+g|kn+gs|kn+ge+ 297 181 62,13%
ſtck ſtck++ 17 16 51,52%

2.2.3 Konsonanten

/f/ - <F, f, V, v>

Die Wahl des Buchstabens und das Auftreten von Varianten ist hier von mehreren Faktoren abhängig: Zum einen gibt es je nach Morphem bzw. Wortform eine in den meisten Fällen eindeutige Präferenz. Im Falle von <feste> scheint die konsequent unterschiedliche Schreibweise der Unterscheidung von Homophonen (<Fest> vs. <fest, Veste ›Befestigung‹>) zu dienen. Bei den Verbformen zu <fahren, finden, führen> wird offenkundig, dass die Lautumgebung ebenfalls einen deutlichen Einfluss hat: Während sich bei den Formen mit den Stammvokalen <a, i> beide Varianten finden, erfolgt die Schreibung vor dem Stammvokal <u> immer mit <f>; offensichtlich wird die Abfolge <vu> bewusst vermieden.

Suchbegriff[32] <f> <v> Anteil <f>
faren faren 58 5 92,06%
furen (Prät. fahren, Ind./Präs. führen) furen 67 0 100,00%
feste (Fest) feste+ 18 0 100,00%
finden find++ 84 43 66,14%
funden fund++ 172 0 100,00%
vast vast 4 333 1,19%
verlieren verl?+r++ 0 24 0,00%
verwundern verwunder* 0 32 0,00%
veindt ve?nd+++ 3 14 17,65%
veste (fest, Veste) veste+ 0 50 0,00%
{visch} visch* 3 58 4,92%
vor vor 0 73 0,00%

/s/ - <S, ſ, ß, s>

Grundlegend ist zunächst die stellungsbedingte Verteilung von <ſ> und <s>: Während <ſ> initial und im Wortinneren auftritt, ist <-s> nur am Wortende zu finden; <ß> findet sich im Wortinneren und im Auslaut, sporadisch aber auch wortinitial (ßo (6), ßſſe (1) ›süß‹)[33]. Am Wortende ist die Verteilung von <-s>, <-ß> einzelwortabhängig:

Suchbegriff[34] s ß Anteil <s>
auß _[Aa]uß_|_[Aa]uß/ 0 263 0,00%
biß _b[iy]ß_|_b[iy]ß/ 1 142 0,70%
das _das_|_das/ 1813 4 99,78%
des _des_|_des/ 697 28 96,14%
Fluß fluß_|fluß/ 0 35 0,00%
groß groß_|groß/ 1 61 1,61%
Hauß _ha[uw]ß_|_ha[uw]ß/ 0 18 0,00%

Rückt der /s/-Laut im Paradigma vor <e>, so erfolgt teilweise ein Wechsel von /ß/ zu /-ſ-/ oder /-ſſ-/:

Suchbegriff[35] <ſſ> <ß> Anteil <ſſ>
fluſſe _fluſſe 106 23 82,17%
groſſe groſſe 369 33 91,79%
<ſ> <ß> Anteil <ſ>
hauße _ha[uw]ſe_|_ha[uw]ſe/ 6 29 17,14%
hewſer _hewſer 48 1 97,96%

Beim Verbparadigma von <lassen> ist auch der umgekehrte Fall zu beobachten:

Suchbegriff[36] <ſſ> <ß> Anteil <ſſ>
laſſen _laſſen 41 3 93,18%
ließ _ließ|_lyeß 22 86 20,37%

/t/ - <t, th, dt>

Im Anlaut ist die Wahl von <t> oder <th> vor Vokal morphem- bzw. lexemabhängig, hier treten keinerlei Varianten auf. Wie bei dem Verb <tun> zu sehen, behält das Verbparadigma, unabhängig vom folgenden Vokal oder etwaigen Präfixen die Schreibung auch bei den konjugierten Formen bei.

Suchbegriff[37] <t-> <th-> Anteil <t->
tag tag++ 294 0 100,00%
teyl te?l+ 13 0 100,00%
tieff t?eff+ 9 0 100,00%
tuch tuch++ 11 0 100,00%
thier thi+r++|thy+r++ 0 68 0,00%
thun thun 0 72 0,00%
thete thet+++ 0 49 0,00%
gethan gethan 0 13 0,00%

Im In- oder Auslaut hingegen sind bei allen Beispielen beide Varianten zu belegen. Im absoluten Auslaut dominiert eindeutig <t>, vor <e> hingegen je nach Lexem mal die eine, mal die andere Variante:

Suchbegriff[38] <t> <th> Anteil <t>
ort ort 22 2 91,67%
orthe orte+ 145 263 35,54%
zeyt ze?t 51 4 92,73%
zeythe zeyte+|zeite+ 50 58 46,30%
{fart} *fart 2 2 50,00%
{farthe} *farthe+ 16 76 17,39%
leut leut 28 4 87,50%
leute leute+ 59 36 62,11%
porthe ›Pforte, Hafen‹ porthe+ 26 30 46,43%
unther unter 44 58 43,14%

Bei Substantiven, die infolge der Auslautverhärtung im Paradigma eine Alternanz von /t/ und /d/ aufweisen, wird /-t/ systematisch mit <-dt> verschriftlicht; nur bei <Gold> ist <-t> als frequente Variante zu belegen. Bei den Formen, in denen inlautend /-d-/ auftritt, ist die Unsicherheit bzgl. der Konkurrenz von morphologischem (<-dt->) und phonologischem (<-d->) Schreibprinzip deutlich zu erkennen.

Suchbegriff[39] <dt> <d> <t> Anteil <dt>
goldt goldt 13 3 12 46,43%
golde golde+ 11 94 0 10,48%
handt handt 39 0 0 100,00%
hande hande|handen 17 5 1 73,91%
hende hende|henden 7 12 0 36,84%
landt landt 45 0 1 97,83%
lande lande* 13 504 0 2,51%
lender lender 0 1 0 0,00%
veindt ve?ndt 2 0 0 100,00%
veinde ve?nde+|fe?nde+ 13 2 0 86,67%

2.3 Groß-/Kleinschreibung

Der Großschreibung von Substantiven liegen offenbar vor allem semantische Regeln zugrunde. Bei Klassennamen überwiegt grundsätzlich die Kleinschreibung, wie bei einigen hochfrequenten Substantiven deutlich zu erkennen ist:[40]

Substantiv Suchbegriff groß klein Anteil groß
Herr Herr++ 7 72 8,86%
Landt Land+++|Lant 11 555 1,94%
Ort Ort* 1 432 0,23%
Schiff

Schi+ff|Schy+ff|

Schi+ffe|Schy+ffe

36 341 9,55%
Tag Tag++ 0 294 0,00%

Bei den Vornamen von Personen ist Großschreibung die Regel.

Vorname Suchbegriff groß klein Anteil groß
Albericus Alberic* 6 1 85,71%
Alonsus Alons* 13 0 100,00%
Aloysius Aloys* 10 0 100,00%
Budomel Budomel+ 32 1 96,97%
Christoffel Christof* 119 0 100,00%
Johann Johan+ 7 0 100,00%
Joseph Joseph+ 30 2 93,75%
Vascus Vasc* 2 0 100,00%

Auch Familien- bzw. Beinamen werden tendenziell groß geschrieben; dies wird aber nicht konsequent durchgehalten, wenn der Name einem Klassennamen bzw. Adjektiv gleicht, wie bei <Dauber> (›Tauber‹) oder <Schwartze> (›schwarz‹).

Familienname Suchbegriff groß klein Anteil groß
Conzales Conzal+es 3 0 100,00%
Cadamosto Cadamost* 4 0 100,00%
Columbus Columb* 17 1 94,44%
Dauber[41] Da?ber+ 55 40 57,89%
Schwartze[42] Alons* Schwartz* 2 7 22,22%
Vesputius Vesput* 3 1 75,00%

Bei Toponymen ist die Großschreibung ebenfalls die Regel:

Toponym Suchbegriff groß klein Anteil groß
Affrica Affrica 4 0 100,00%
Calichut Calic*ut* 151 0 100,00%
Hispania Hispania 51 2 96,23%
India India 59 0 100,00%
Persia Persia 16 0 100,00%
Porthogal Port?+gal 91 2 97,85%
Spagnola Spagnola 35 1 97,22%
Rom Rom+ 13 0 100,00%
Venedig Venedig+ 19 0 100,00%

Auch detoponymische Derivate weisen regelmäßig Großschreibung auf, sowohl Substantive als auch Adjektive:

Suchbegriff groß klein Anteil groß
Hispanier Hispanier++ 10 0 100,00%
Indianisch Indianisch++ 5 0 100,00%
Porthogalier Port+?galier++ 23 1 95,83%
Porthogalisch Port+?galisch* 7 0 100,00%
Venediger Venediger 6 1 85,71%

Eine interessante Erscheinung ist bei Klassennamen zu beobachten, die auf die Religionszugehörigkeit (bzw. Hautfarbe) verweisen; <More> kann je nach Kontext sowohl für <Maure>, ›Muslim‹, als auch für <Mohr>, ›Schwarzer‹, stehen. Bei <Christen> ist Großschreibung die Regel, auch bei <Juden> und <Mauren> bzw. <Mohren> ist sie deutlich dominant; bei <Heiden> überwiegt hingegen Kleinschreibung.

Suchbegriff groß klein Anteil groß
Christ C+rist|C+riste|C+risten 94 4 95,92%
Jüde J?de+ 9 3 75,00%
More More+ 175 43 80,28%
Hayde Hayd++ 7 20 25,93%

Auffällig ist auch die Verteilung bei Amts- bzw. Berufsbezeichnungen: Bei kirchlichen Würdenträgern ist die Großschreibung vom Bischof bis zum Papst die Norm, bei Priestern überwiegt hingegen Kleinschreibung. Keine klare Tendenz ist demgegenüber bei den weltlichen Herrschern zu erkennen: Während bei <Fürst> die Großschreibung deutlich dominiert, wird <König> meistens klein geschrieben. Bei <Hauptmann> ist dann, wie bei <Priester>, Kleinschreibung die Regel.

Amt / Titel / Beruf Suchbegriff groß klein Anteil groß
Bapst Ba?st+ 16 2 88,89%
Cardinal Cardin* 4 0 100,00%
Ertzbischoffe Ertzbischof* 4 0 100,00%
Bischoffe Bischof* 7 1 87,50%
Priester Priester++|Briester++ 6 44 12,00%
Künig K?nig+|K?nige+ 137 238 36,53%
Fürst F?rst++ 128 35 78,53%
Haubtman Haubtman++ 18 165 9,84%

Bei Tierbezeichnungen ist Kleinschreibung die Regel, nur die <Papageien> stellen eine Ausnahme dar:

Tiere Suchbegriff groß klein Anteil groß
Fisch Fisch+|Visch+ 0 29 0,00%
Other Other+ 3 11 21,43%
Papagay Papag* 12 5 70,59%
Pferdt Pferd++ 4 41 8,89%
Schlange Schlange+ 1 12 7,69%

Insgesamt lässt sich zeigen, dass bei Substantiven Eigennamen, also Personennamen und Toponyme, regelmäßig großgeschrieben werden, andere in der Regel klein. Eine systematische Ausnahme hiervon bilden detoponymische Derivate, kirchliche Amtsträger (hierarchisch vom Bischof aufwärts) und die Bezeichnungen für Religionsangehörige der Schriftreligionen (Christ, Jude etc.). Großschreibung kann aber auch, wie offenbar im Fall von <Papagei>, zur Hervorhebung bestimmter Sachverhalte Verwendung finden.

2.4 Ergebnis

Hinsichtlich der Graphie ist innerhalb der NUL zwar ein großer Variantenreichtum zu belegen, es gibt aber auch Prinzipien bzw. Faktoren die mehr oder weniger konsequent zur Wahl der einen oder anderen möglichen Option führen:

  • die Lautung (phonologisches Schreibprinzip), wie z. B. bei der Pluralumlautung von <handt> zu <hende>.
  • das Paradigma (morphologisches Schreibprinzip): Wie bei <handt> exemplarisch erkennbar, wird bei Substantiven, die infolge der Auslautverhärtung die Alternanz /t/-/d/ aufweisen, das auslautende /t/ überwiegend mit <dt> verschriftlicht, sodass im gesamten Paradigma <d> sichtbar bleibt.
  • die Unterscheidung homophoner Wortformen (semantisches Schreibprinzip): Dies wird z. B. bei der konsequenten grafischen Unterscheidung des Verbstamms {mayn} vom gleichlautenden Possessivstamm {mein} oder von <feste> (›Fest‹) und <veste> (›fest, Befestigung‹) wirksam.
  • die Position im Wort (Anlaut, Binnenlaut, Auslaut): Musterbeispiel ist hier die konsequent komplementäre Verteilung von <V, u, v> für die Laute /ʊ, u:, v/.
  • die Silbenstruktur (offen vs. geschlossen): Vgl. z. B. die Verteilung von <i, y> gegenüber <ie, ye> bei einsilbigen Wörtern.
  • die graphische Umgebung: Bei den Diphthongen /ao/ und /oe/ wird vor unmittelbar nachfolgendem <e> jeweils <w> gegenüber <u> der Vorzug gegeben. Dies ist dadurch zu erklären, dass <u> in dieser Position für /v/ stehen kann; hier wird diese Ambiguität offenbar bewusst vermieden.
  • einzellexikalische Gewohnheiten: Bei der Verteilung von <th-> vs. <t-> oder von <v-> vs. <f-> (/f/) im Anlaut erfolgt die Wahl abhängig vom jeweiligen Lexem.
  • die Wortklasse: Bei den Substantiven werden Eigennamen im Gegensatz zu Klassennamen regelmäßig großgeschrieben.
  • außersprachliche Gründe, z. B. soziales Prestige: Bei den Klassennamen ist die Großschreibung z. B. bei Bezeichnungen für kirchliche Ämter (Bischof, Kardinal, Papst) die Regel.

Das Nebeneinander dieser zahlreichen Faktoren, die wohl nicht selten im Widerstreit liegen, führt natürlich zu Unsicherheiten, was die beobachtbare Varianz als nachvollziehbar erscheinen lässt.

3. Die [A]bschrieffte eines Sandtbriefes: Homogenität einer Druckersprache?

Abb. 4: Titelblatt - Ein
                           abschrifft eines sandtbriefes. HAB-Signatur: M: Gi 438.
                        Digitalisat-PURL: http://diglib.hab.de/drucke/gi-438/start.htm?image=00005
Abb. 4: Titelblatt - Ein abschrifft eines sandtbriefes. HAB-Signatur: M: Gi 438. Digitalisat-PURL: http://diglib.hab.de/drucke/gi-438/start.htm?image=00005

Wie oben erwähnt, liegt das Kapitel 143 der NUL auch als gesonderter Druck vor. Die ASB weist selbst keinerlei Angaben zu Drucker, Druckort oder -jahr auf. [43] Da die Schrifttype aber identisch ist, inhaltlich keine Abweichungen festzustellen sind und der Text selbst die Aktualität der geschilderten Ereignisse betont, erscheint die Zuordnung zur selben Druckwerkstatt und das Druckjahr 1508 wenig zweifelhaft. Wie jedoch schon bei <abschrifft> und <abschrieffte> im Titel erkennbar, stellt sich die Frage, inwieweit bzgl. einiger der bisher untersuchten graphischen Phänomene Homogenität erwartet werden kann.

3.1 Diphthonge

/ae/ - <ei, ey, ai, ay>

In der ASB finden im Gegensatz zur NUL-Fassung nur drei Varianten, nämlich <ei, ey, ay> Verwendung, wobei <ey> eindeutig als Leitvariante hervortritt, während bei ASB-NUL die beiden Varianten <ei> und <ey> deutlich näher beieinanderliegen. Auffällig ist, dass die Zahl der <ay>-Schreibungen zwar in beiden Texten gleich bleibt, es sich dabei aber nur teilweise um die gleichen Lexeme handelt (z. B. {tayl}, jeweils 5).

/ae/[44] <ei> <ey> <ai> <ay> Anteil <ey> Bereinigung
ASB-NUL 87 73 19 18 37,06% <ei>: 89-2 (Navigation)
ASB 69 108 0 18 55,38% <ei>: 71-2 (Navigation); <ai>: 1-1 (/j/)

/ao/ - <au, aw>

Auch bei /ao/ tendiert die ASB im Vergleich zur ASB-NUL zu einer geringeren Varianz bzw. deutlicheren Dominanz der Leitvariante.

/ao/[45] <au> <aw> Anteil <au> Bereinigung
ASB-NUL 79 17 82,29% <au>: 82-3 (/v/)
ASB 85 9 90,43% <au>: 88-3 (/v/)

/oe/ - <eu, ew>

Bei beiden Fassungen ist die Leitvariante eindeutig <ew>. Die nur einmal festzustellende Abweichung bei <frewde> vs. <freude> lässt keinen Schluss auf systematische Unterschiede zu; in beiden Fassungen findet sich z. B. an anderer Stelle gleichermaßen die Schreibung <erfrewen>.

/oe/[46] <eu> <ew> Anteil <ew> Bereinigung
ASB-NUL 4 13 76,47% <eu>: 11-7 (/f/, /eu/); <ew>: 26-13 (/v/)
ASB 5 12 70,59% <eu>: 11-6 (/f/, /eu/); <ew>: 28-16 (/v/)

3.2 Vokale (Monophthonge)

/-e/

Wie bereits bei <abschrieffte> bzw. <abschrifft> im Titel der beiden ASB-Fassungen ins Auge fällt, tritt bei der NUL-Version regelmäßig <-e> am Wortende nach Konsonant auf, während dies in der ASB wesentlich seltener zu beobachten ist. Dieses Phänomen ist bei verschiedenen Wortarten zu finden und schlägt entsprechend sowohl auf die Verbkonjugation als auch auf die Substantivdeklination etc. durch.

Partizip[47] ge*t ge*t+e ohne <-e> Bereinigung
ASB-NUL 6 15 28,57% »ge*t+e«: 19-4 (Substantive)
ASB 17 3 85,00% »ge*t«: 21-4 (Substantive); »ge*t+e«: 5-2 (Substantive)
{-heit}, {-keit}[48] <-t(h)> <-t(h)e> ohne <-e>
ASB-NUL 1 21 4,55%
ASB 20 2 90,91%

<i>, <ie> ↔ <y>, <ye>

Im Gegensatz zur NUL-Version spielen die Varianten <y> bzw. <ye> für die Monophthonge /ɪ, i:/ in der ASB keine Rolle.

<y> - <i>[49] hy|ky hi|ki Anteil <y> Bereinigung
ASB-NUL 21 18 53,85% <hi, ki>: 21-3 (/j/)
ASB 0 39 0,00% <hi, ki>: 42-3 (/j/)
<y> - <i>[50] dyſe+ diſe+ Anteil <y>
ASB-NUL 8 5 61,54%
ASB 0 16 0,00%

<>, <>

Bzgl. <> lassen sich keine Unterschiede zwischen beiden Fassungen feststellen, die Unterschiede bei <uͤ> sind hauptsächlich auf die unterschiedliche Schreibung des lexikalischen Morphems {knig} zurückzuführen.

<>, <>[51] <> <>
ASB-NUL 32 41
ASB 32 33
{knig}[52] <> <u> Anteil <>
ASB-NUL 6 0 100,00%
ASB 0 6 0,00%

3.3 Konsonanten

<t> ↔ <th>

Die <th>-Schreibung ist in der ASB insgesamt deutlich seltener zu finden als in der NUL-Version, aber je nach Wort unterschiedlich ausgeprägt.

<th(e)>[53] <th> <the>
ASB-NUL 110 88
ASB 49 31
orthe[54] <th> <t> Anteil <th>
ASB-NUL 14 0 100,00%
ASB 11 3 78,57%
ſchieffart[55] <th> <t> Anteil <th>
ASB-NUL 7 1 87,50%
ASB 0 8 00,00%
{zeyt}[56] <th> <t> Anteil <th>
ASB-NUL 6 1 85,71%
ASB 1 6 14,29%

3.4 Ergebnis

Sofern Unterschiede zwischen den beiden Fassungen der ASB festzustellen waren, tendiert der gesonderte Druck stets zu einer größeren Einheitlichkeit und einem geringeren Variantenreichtum, er erscheint insgesamt homogener. Er wirkt auch »moderner«, da gerade auffällige, von der modernen Orthographie abweichende Schreibweisen wie <y> für /ɪ, i:/, <aw> für /ao/ oder die <th>-Schreibung nicht oder deutlich seltener auftreten als in der Anthologiefassung. Bemerkenswert erscheint die unterschiedliche Behandlung des auslautenden <-e> über verschiedene Wortarten hinweg, da dies dann gegebenenfalls zu ganz unterschiedlichen Deklinationsparadigmen führt.

Die bzgl. der Graphie doch deutlichen Unterschiede beider Texte könnten evtl. darauf zurückzuführen sein, dass bei dem Druck der umfangreichen Anthologie mehrere Personen mit unterschiedlichen sprachlichen Präferenzen beteiligt waren oder es selbst für eine Person schwieriger war, sprachliche Homogenität bei zahlreichen möglichen Schriftvarianten über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechtzuerhalten. Es muss aber nochmals darauf hingewiesen werden, dass Druckort und -jahr des eigenständigen ASB-Drucks, zumindest derzeit, nicht gesichert sind.

4. Ausblick

Die linguistische Analyse der Graphie sowohl bezüglich der NUL selbst als auch die vergleichende Untersuchung der beiden ASB-Fassungen machten deutlich, dass sowohl innerhalb eines Werks als auch bei zeitnahen Drucken desselben Textes in einer Druckwerkstatt mit großer Heterogenität hinsichtlich der Schreibung zu rechnen ist. Es erscheint daher unerlässlich, die Druckersprachen einzelner Offizinen und die Drucksprache einzelner Druckorte sowohl synchron als auch diachron auf größerer Datengrundlage umfassend zu beschreiben, bevor man wirklich den Versuch wagen kann, Sprachwandelerscheinungen nachzeichnen zu wollen. Moderne, entsprechend gestaltete digitale Editionen sind hierfür eine große Bereicherung und ermöglichen einem breiten Forscherkreis den Zugang »ad fontes«.


Fußnoten

  • [1]
    Vgl. Wegera 2015, S. 77–78.

  • [2]
    Vgl. Ankenbauer 2010, S. 61–69, 319–335.

  • [3]
    Vgl. Ankenbauer 2010, S. 51–52, 70–72.

  • [4]
    Zur Transkription vgl. Ankenbauer 2012, editorische Hinweise.

  • [5]
    Die HTML-Fassung hat den Vorteil, dass sie über die Suchfunktion von Browsern oder entsprechender Erweiterungen unmittelbar durchsucht werden kann, so dass Analyseergebnisse leicht anhand der frei verfügbaren Digitaledition nachvollzogen werden können und Textbeispiele leicht auffindbar sind. Der Nachteil besteht darin, dass Suchergebnisse bei AntConc teilweise der Bereinigung textfremder Elemente aus Kopf- und Fußzeile etc. bedürfen.

  • [6]
    Unter ›word type‹ versteht man eine bestimmte graphische Wortform, unter ›word token‹ den konkreten Beleg, d. h. in einem Text ist ein bestimmter ›word type‹ mit einem oder mehreren ›word token(s)‹ vertreten.

  • [7]
    Von den auf Basis der NUL2-HTML-Datei ermittelten ›word types‹ und ›word tokens‹ sind z. B. 128 mit Buchstaben beginnende Seitenangaben (Suchanfrage (Regex): »[A-Za-z][0-9][rv]«) sowie 553 römische Zahlen (Suchanfrage: ».i|.v|.x|.l|.c|.m«) in Abzug zu bringen.

  • [8]
    Grundlage war jeweils die mit dem leicht modifizierten NUL-XSL-Skript erstellte modernisierte Fassung.

  • [9]

  • [10]
    Vgl. Montalboddo 1508a, Fol. a1.

  • [11]
    Vgl. Montalboddo 1508a, Fol. d3, e6, i2, i5, l4.

  • [12]
    Vgl. Montalboddo 1508b, Fol. a1, l4.

  • [13]
    Vgl. Ankenbauer 2010, S. 71–73; Baumann 1954, S. 122.

  • [14]
    Vgl. Hartweg / Wegera 2005, S. 30–32, 97.

  • [15]
    Vgl. Behr / Habermann 2010, S. 304–306.

  • [16]
    Vgl. Behr 2014, S. 23–24, 28–29.

  • [17]
    Vgl. Ankenbauer 2010, S. 58–59, 316.

  • [18]
    Vgl. Behr 2014, S. 85–86.

  • [19]
    Bei der in der Digitaledition verfügbaren engeren Transkription (NUL1) wurden alle Lettern bis auf das »Runde-r« entsprechend transkribiert.

  • [20]
    Grundlage war die XML-Datei (Tags nicht ausgeblendet), Suchbegriff (Regex): »<abbr>ā</abbr><expan>am« etc.

  • [21]
    Zum Phonemsystem des Frühneuhochdeutschen vgl. Behr 2014, S. 87.

  • [22]
    In diesem Beitrag werden Morpheme gegebenenfalls in {} angegeben, um deutlich zu machen, dass nicht nur Wortformen bzw. Schreibvarianten eines Wortes, sondern auch Wortbildungen mit dem entsprechenden Morphem berücksichtigt wurden.

  • [23]
    NUL1, Parameter: »Words«, nicht »Case«; bei den Suchbegriffen sind alle Varianten entsprechend abzufragen, also z. B. »*erey«, »*eray«, »*erei«, »*erai«.

  • [24]
    NUL1, Parameter: »Words«, nicht »Case«.

  • [25]
    NUL1, Parameter: »Words«, nicht »Case«.

  • [26]
    NUL1, Parameter: »Words«, »Case«.

  • [27]
    NUL1, Parameter: »Words«, »Case«.

  • [28]
    NUL1, Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«, Suchbegriff: »zwlf*«.

  • [29]
    NUL1, Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«.

  • [30]
    Vgl. Montalboddo 1508a, Fol. b1, b3.

  • [31]
    NUL1, Parameter: »Words«, nicht »Case«.

  • [32]
    NUL2, Parameter: »Words«, nicht »Case«.

  • [33]
    NUL1, Parameter: »Regex«; Suchbegriff: »_ß« (der Unterstrich steht hier für ein Leerzeichen).

  • [34]
    NUL1, Parameter: »Regex«.

  • [35]
    NUL1, Parameter: »Regex«.

  • [36]
    NUL1, Parameter: »Regex«.

  • [37]
    NUL2, Parameter: »Words«, nicht »Case«.

  • [38]
    NUL2, Parameter: »Words«, nicht »Case«.

  • [39]
    NUL2, Parameter: »Words«, nicht »Case«.

  • [40]
    Für alle Suchanfragen dieses Abschnitts gilt: NUL2, Parameter: »Words«, jeweils »Case« und nicht »Case«.

  • [41]
    »Dauber« ist die wörtlich übersetzte deutsche Variante von »Colombo« bzw. »Columbus« (vgl. Ankenbauer 2010, S. 75–76).

  • [42]
    »Schwartz(e)« ist die wörtlich ins Deutsche übertragene Entsprechung von »Negro«, einer bereits fehlerhaften Übertragung des Namens »Niño« (vgl. Ankenbauer 2010, S. 75–76).

  • [43]
    VD 16, P 4368. Das im VD16 angegebene Zitat mit Jahreszahl entstammt dem Text des abgedruckten Briefs selbst, muss also nicht zwangsläufig dem Druckjahr entsprechen.

  • [44]
    Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«; Suchbegriffe: »ei«, »ey«, »ai«, »ay«.

  • [45]
    Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«; Suchbegriffe: »au«, »aw«.

  • [46]
    Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«; Suchbegriffe: »eu« bzw. »ew«.

  • [47]
    Parameter: »Words«, nicht »Case«; Suchbegriffe wie in der Tabelle angegeben.

  • [48]
    Parameter: »Regex«; Suchbegriff: »[hk][ea][iy]th?e?n?«.

  • [49]
    Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«; Suchbegriffe wie in der Tabelle angegeben. Es wird hierbei nicht zwischen <i> und <ie> bzw. <y> und <ye> differenziert.

  • [50]
    Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«; Suchbegriffe wie in der Tabelle angegeben.

  • [51]
    Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«; Suchbegriff: »« bzw. »«.

  • [52]
    Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«; Suchbegriff: »*knig*|*kunig*«.

  • [53]
    Parameter: nicht »Words«, nicht »Case«; Suchbegriffe: »th« bzw. »the«.

  • [54]
    Parameter: »Words«, nicht »Case«; Suchbegriff: »ort+++«.

  • [55]
    Parameter: »Words«, nicht »Case«; Suchbegriff: »ſch*fart*«.

  • [56]
    Parameter: »Words«, nicht »Case«; Suchbegriff: »*ze?t*«.


Bibliographische Angaben

  • Norbert Ankenbauer: »das ich mochte meer newer dyng erfaren«. Die Versprachlichung des Neuen in den Paesi novamente retrovati (Vicenza, 1507) und in ihrer deutschen Übersetzung (Nürnberg, 1508). Berlin 2010. [Nachweis im GVK]

  • Paesi novamente retrovati - Newe unbekanthe landte. Hg. von Norbert Ankenbauer. Eine digitale Edition früher Entdeckerberichte. Wolfenbüttel 2012. [online] [Nachweis im GVK]

  • Laurence Anthony: AntConc (Version 3.4.4w) [Computer Software]. Tokio 2014. [online]

  • Walter Baumann: Die Druckerei Stuchs zu Nürnberg (1484–1537). [online] In: Gutenberg-Jahrbuch 29 (1954), S. 122–132. [online] [Nachweis im GVK]

  • Martin Behr: Buchdruck und Sprachwandel. Schreibsprachliche und textstrukturelle Varianz in der »Melusine« des Thüring von Ringoltingen (1473/74–1692/93). Berlin 2014. (= Lingua Historica Germanica, 6) [Nachweis im GVK]

  • Martin Behr / Mechthild Habermann: Die textgeschichtliche Tradierung der Melusine aus sprachwissenschaftlicher Sicht. Die oberdeutschen Offizinen von 1473/74 bis 1516. [Nachweis im GVK] In: Eulenspiegel trifft Melusine. Der frühneuhochdeutsche Prosaroman im Licht neuer Forschungen und Methoden. Hg. von Catherine Drittenbass / André Schnyder / Alexander Schwarz. (Tagung über den Frühneuhochdeutschen Prosaroman, Lausanne, 2.-4.10.2008) Amsterdam u.a. 2010. (= Chloe, 42) [Nachweis im GVK]

  • Emanuel I.: Ein abschrifft eines sandtbriefes So vnserm allerheyligisten vater dem Bapst Julio dem andern gesandt ist/ von dem allerdurchleuchtigisten Fursten vnd herren/ herren Emanuel Kunig zu Porthogal. [Nürnberg 1508]. VD16 P 4368. Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur M: Gi 438. [online] [Nachweis im VD16] [Nachweis im GVK]

  • Frédéric Hartweg / Klaus-Peter Wegera: Frühneuhochdeutsch. Eine Einführung in die deutsche Sprache des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit. 2., neu bearbeitete Auflage. Tübingen 2005. [Nachweis im GVK]

  • Fracanzano da Montalboddo (1508a): Newe vnbekanthe landte Und ein newe weldte in kurtz verganger zeythe erfunden. Nürnberg 1508a. VD16 C 21. Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur A: 156.10 Quod. 2° (2). [online] [Nachweis im VD16] [Nachweis im GVK]

  • Fracanzano da Montalboddo (1508b): Nye unbekande lande Unde eine nye Werldt in korter vorgangener tyd gefunden. Hg. von Fracanzano da Montalboddo. Nürnberg 1508. VD16 C 22. Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur H: QuH 26 (3). [online] [Nachweis im VD16] [Nachweis im GVK]

  • Klaus-Peter Wegera: Vnd machet sie mit gesehenden augen blind. Zum Problem von Editionen als Datenquelle für sprachhistorische Untersuchungen. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 134 (2015), S. 77–95. [Nachweis im GVK]

    Weiterführende Literatur

  • Frühneuhochdeutsche Grammatik. Hg. von Oskar Reichmann / Klaus-Peter Wegera. Tübingen 1993. PDF. [online] [Nachweis im GVK]

  • Das Bonner Frühneuhochdeutsch-Korpus. Hg. von Korpora.org. Duisburg u.a. 2007. [online]

Abbildungslegenden und -nachweise

  • Abb. 2: Analyse mit dem Konkordanzprogramm AntConc (Version 3.4.4w)

Heft / Sonderband: 
Digitale Metamorphose: Digital Humanities und Editionswissenschaft

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